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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Mit schärferen Kontrollen gegen Manipulationen

07.05.2015

Bonn /Göttingen Seit 2012 sind an mehreren Transplantationszentren in Deutschland Manipulationen entdeckt worden. In der Folge sank die Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung dramatisch.

Wie groß ist der Bedarf an Organspenden?

Auf den Wartelisten für ein Spenderorgan stehen derzeit rund 11 000 Patienten. Rund 1000 von ihnen sterben jedes Jahr, ohne dass sie ein Spenderorgan erhalten.

Wie viele Organe werden jährlich gespendet?

Nach dem Transplantationsskandal ist die Zahl der Organspenden auf einen absoluten Tiefpunkt gesunken. 2014 gab es bundesweit 864 Organspender. 2013 waren es 876 und 2012 noch 1024. Die Summe der in Deutschland gespendeten Organe ging ebenfalls noch einmal zurück. Sie verringerte sich im Vorjahresvergleich um 46 auf 2989.

Welche Organe können gespendet werden?

Niere, Leber, Herz, Lunge, Bauschspeicheldrüse und Dünndarm können von einem verstorbenen Spender übertragen werden. Außerdem lassen sich Gewebe wie Hornhaut oder Knochen verpflanzen. Ein einzelner Organspender kann bis zu sieben schwerkranken Menschen helfen. Neben der Spende nach dem Tod ist es möglich, eine Niere oder einen Teil der Leber bereits zu Lebzeiten zu spenden.

Welche Voraussetzungen braucht ein Spender ?

Damit Organe nach dem Tod entnommen werden können, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Es muss eine ausdrückliche Zustimmung des Spenders oder der Angehörigen vorliegen und der Hirntod muss eindeutig festgestellt worden sein.

Wie gelangt das Organ zum Empfänger?

Eine Organentnahme nach dem Tod ist in jedem der rund 1300 Krankenhäuser mit Intensivstation durchführbar. Die Krankenhäuser sind verpflichtet, einen Transplantationsbeauftragten zu ernennen. Er informiert dann die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Sie vermittelt unabhängige Fachärzte, die die Hirntoddiagnostik durchführen. Die Untersuchungsergebnisse zu Spender, Blutgruppe und Gewebemerkmalen leitet der Koordinator an die europäische Organvermittlungsstelle Eurotransplant weiter, die mit Hilfe der Daten der Patienten auf der Warteliste die passenden Empfänger ermittelt.

Nach welchen Kriterien werden Organe vergeben?

Für die schwerkranken Patienten werden Punkte vergeben, deren Kriterien die Bundesärztekammer festlegt. Die Platzierung der Patienten auf der Warteliste richtet sich vor allem nach den medizinischen Kriterien der Erfolgsaussicht und der Dringlichkeit. Auch die Gewebeverträglichkeit und die Wartezeit werden gewichtet. Patienten in akuter Lebensgefahr werden vorrangig behandelt.

Wie werden weitere Manipulationen verhindert ?

Nachdem 2012 die ersten Unregelmäßigkeiten bekannt wurden, hat die Bundesärztekammer schärfere Kontrollen beschlossen. Nun entscheidet eine interdisziplinäre Transplantationskonferenz am Behandlungszentrum darüber, ob ein Patient auf die Warteliste aufgenommen wird. Damit wird das „Mehraugenprinzip“ umgesetzt.

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