• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Laster kippt auf die Seite – A29 voll gesperrt
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 7 Minuten.

Unfall Beim Ahlhorner Dreieck
Laster kippt auf die Seite – A29 voll gesperrt

NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Diese sechs Rätsel bleiben weiterhin ungelöst

09.07.2018

München Am Mittwoch will der Staatsschutzsenat des Münchner Oberlandesgerichts das Urteil gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte im NSU-Prozess um das Rechtsterror-Trio „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) verkünden. Mit bislang 437 Verhandlungstagen und einer Dauer von mehr als fünf Jahren war er ein Mammutprozess. Trotzdem blieb vieles am Ende noch offen. Hier die wichtigsten sechs Fragen, die der Prozess nicht klären konnte:
   

1. Warum endete die Serie der rassistisch motivierten Morde im Jahr 2006?

Darüber gibt es nur Spekulationen. Eine lautet: Beim letzten Mord in einem Internetcafé in Kassel sei ein Verfassungsschutzbeamter am Tatort gewesen. Die beiden Mörder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hätten gefürchtet, jetzt könnten sie auffliegen. Tatsächlich gilt aber gerade das Auftauchen dieses Beamten während der Tatzeit als weiteres Rätsel. Die Behörden sprechen von Zufall. Eine Verwicklung des Verfassungsschutzbeamten wurde immer wieder vermutet, ließ sich aber nicht beweisen.
   

2. Warum änderten die Terroristen für den letzten Mord ihr Motiv?

Der letzte Mord war der an der Heilbronner Polizistin Michéle Kiesewetter im Jahr 2007. Die Bundesanwaltschaft meint, die Täter wollten damit den Staat und seine Repräsentanten angreifen. Einen plausiblen Grund für den Wechsel des Mordmotivs nennt die Anklage nicht. Bis dahin waren alle Opfer Gewerbetreibende mit türkischen oder griechischen Wurzeln. Beate Zschäpe hat in ihren Einlassungen einen anderen Grund für den Kiesewetter-Mord genannt: Es sei Mundlos und Böhnhardt nur um die Waffen der Polizistin und deren Kollegen gegangen. 

3. Woher hatte der „Nationalsozialistische Untergrund“ sein Waffenarsenal?

Zwei Maschinenpistolen, ein Gewehr, der Rest Pistolen und Revolver – insgesamt 20 Waffen. Woher sie stammen, hat der NSU-Prozess nicht geklärt. Nur die Herkunft einer einzigen Waffe will die Bundesanwaltschaft nachvollzogen haben: Die Mordpistole vom Typ „Ceska“ stammt beweisbar aus der Schweiz. Auch der weitere Weg bis in die Hände der Terroristen gilt als aufgeklärt, jedenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit. Über die anderen Waffen ist nichts bekannt. Und offen ist auch, ob es nicht noch weitere NSU-Waffen gibt, die nie gefunden wurden. Das Gericht hält das für möglich und hielt das in einem Beschluss auf einen Beweisantrag auch schriftlich fest.
   

4. Woher hatte der NSU die Adressen von 10 000 möglichen Anschlagszielen?

Parteibüros, Kirchen und Moscheen, Bürgerinitiativen, sogar eine Geflügelfarm, die ihre Hennen klassisch in geschlossenen Massenställen hält: Quer durch ganz Deutschland hatten die Terroristen Namen und Adressen gesammelt und meist noch Kartenausschnitte beigefügt. Die gesammelten Unterlagen fanden sich in den Trümmern der Zwickauer Fluchtwohnung. Die Einträge passen mehr oder weniger gut zu denkbaren Motiven von Neonazi-Terroristen. Wie diese Liste zusammengestellt wurde, ist aber völlig unklar. Mundlos und Böhnhardt sollen viel gereist sein, auch mit der Bahn. Es könnte Tippgeber vor Ort gegeben haben. Der Prozess brachte dazu nichts Eindeutiges. Beweisanträgen, vor allem von Nebenklägern, ging der Senat oft nicht nach.
   

5. Lebte das NSU-Trio die gesamten fast 14 Jahre im Untergrund zusammen?

Die Bundesanwaltschaft scheint das so zu sehen. Sie lässt jedenfalls keine Alternative zu dieser Möglichkeit gelten. Es gibt aber Zweifel an dieser offiziellen Version. Ein Zeuge sagte etwa im Prozess aus, Mundlos habe sich vorübergehend ausquartiert und sei allein bei einem Bekannten untergekommen. Auch die Hauptangeklagte Zschäpe selbst erklärte, die beiden Männer seien manchmal längere Zeit unterwegs gewesen und sie habe nicht gewusst, wo sie steckten. Diese Frage ist nicht geklärt.
   

6. Gehörten noch mehr Leute zum NSU als Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe?

Beim Bundeskriminalamt gibt es Ermittler, die diese Frage für sich bejahen. Man sei auf Hinweise gestoßen, dass Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe Teil einer deutlich größeren Gruppe gewesen seien. Die Bundesanwaltschaft bleibt beim „Nationalsozialistische Untergrund“ dagegen bei ihrer Überzeugung vom abgeschotteten Trio.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.