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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Gladbecker Geiseldrama: Nervenkrieg und Sensationsgier

10.08.2013

Gladbeck Vor 25 Jahren hielten sie das Land in Atem: Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner, zwei Kriminelle, die sich schon von der Sonderschule kannten und gemeinsam eine Gefängniszelle geteilt hatten. Nach einem missglückten Banküberfall startet das brutale Duo in Gladbeck im nördlichen Ruhrgebiet eines der spektakulärsten Verbrechen der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Banküberfall zum Auftakt

Am Morgen des 16. August 1988 stürmen Degowski und Rösner schwer bewaffnet eine Bank in Gladbeck. Sie nehmen zwei Geiseln und fordern einen Fluchtwagen sowie 420 000 Mark. Schon hier geben sie Journalisten ein erstes Interview. Kurz nachdem die Gangster am Abend mit Geiseln und Geld losfahren, steigt Rösners Freundin Marion Löblich zu. Bis zum 18. August 1988 kreuzen sie durch die damals noch geteilte Republik, kapern in Bremen einen Linienbus mit rund 30 Geiseln, geben Journalisten weitere Interviews. Als die Polizei an der Autobahnraststätte Grundbergsee Löblich abfängt, stellen die Verbrecher ein Fünf-Minuten-Ultimatum. Die Zeit verstreicht und Degowski erschießt den 15-jährigen Emanuele de Georgi, der sich in dem Bus schützend vor seine kleine Schwester gestellt hatte.

Es war nicht gelungen, Löblich rechtzeitig die Handschellen wieder abzunehmen, weil sich der Beamte mit dem Schlüssel entfernt hatte. Der Bus fährt weiter in die Niederlande. Bei der Verfolgung verunglückt ein Polizist tödlich, ein weiterer wird schwer verletzt. Ein dpa-Reporter wird von den Gangstern beschossen und leicht verletzt.

In den Niederlanden werden Komplizin Löblich und der Busfahrer verletzt. Die Täter erpressen ein neues Fluchtauto und setzen mit der Geisel Silke Bischoff und ihrer Freundin die Fahrt fort. Sie geben in der Kölner Fußgängerzone eine bizarre „Pressekonferenz“. Die Polizei kann den umlagerten Fluchtwagen nicht stürmen. Ein Journalist steigt zu den Gangstern in den Wagen und lotst ihn aus der Stadt. Später wird der Deutsche Presserat festlegen, dass Interviews mit Straftätern während der Tat nicht sein dürfen.

54 quälende Stunden

Als nach 54 Stunden der Zugriff einer Spezialeinheit bei Bad Honnef erfolgt – die Gangster haben Köln verlassen und wollen nach Frankfurt – haben die Beamten die Fernbedienung vergessen, mit der sie den Motor der Flucht-Limousine hätten ausschalten können. Sie müssen den Wagen in einem waghalsigen Manöver auf der Autobahn rammen. Es kommt zu einer heftigen Schießerei, bei der die 18-jährige Silke Bischoff stirbt – durch eine Kugel aus Rösners Waffe.

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