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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Friedensnobelpreis: Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer

06.10.2018

Oldenburg Als bekannt wurde, dass Nadia Murad den Friedensnobelpreis erhalten wird, „glühten“ beim Yezidischen Forum die Handys. „Alle haben sich diese Nachricht hin- und hergeschickt. Es hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet“, sagt Sahap Dag, 1. Vorsitzender des Yezidischen Forums Oldenburg, im Gespräch mit dieser Zeitung. Für die gesamte Community sei ihre Auszeichnung eine große Freude. „Vor allem nach dem ganzen Elend, das sie während ihrer IS-Gefangenschaft durchmachen musste“, sagt Dag und betont, dass Murad diesen Preis verdient habe.

Im Februar 2017 war die junge Frau nach Oldenburg gekommen, um in der Aula der Cäcilienschule vor 500 Zuschauern über ihre Geschichte unter dem Titel „Nie wieder Opfer sein“ zu sprechen. Damals gab es stehenden Applaus und viel Respekt für den Vortrag.

In persönlichen Gesprächen konnte sich Dag, der auch Mitglied im erweiterten Vorstand des Zentralrats der Jesiden Deutschland ist, einen eigenen Eindruck von der Friedensnobelpreisträgerin machen. Besonders imponierte ihm die Art und Weise wie Murad vor dem großen Publikum sprach. „Ihre Botschaft an die Weltöffentlichkeit zu bringen, war auch nicht ganz ungefährlich“, sagt Dag und spielt damit auf fanatische Muslime an, die Jesiden als „Ungläubige“ verachten.

Dag habe die 25-Jährige damals als aufgeschlossene und ehrliche Person erlebt. „Denn sie will wirklich etwas bewegen. Wenn sie über Frauenrechte spricht, meint sie das sehr ernst. In ihrem Herkunftsland ist es um Frauenrechte ja nicht so gut bestellt“, sagt Dag. Eine Person schon in diesem jungen Alter mit solch einer Kraft zu erleben, habe ihn gerührt.

Für sein Volk sei diese Auszeichnung zwar einerseits eine große Freude, andererseits aber warnt der Vorsitzende des Jesidischen Forums vor zu viel Euphorie. „Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein, denn noch immer leben Hunderttausende Jesiden unter schweren Bedingungen.“ Viele Mitglieder des Vereins hätten Verwandte im Krisengebiet des Nordiraks und seien somit direkt betroffen. „Wir wissen, was sie dort durchmachen müssen.“ Für die Zukunft wünscht sich Dag, dass seine Landsleute wieder in Frieden leben können.

Tatiana Gropius Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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