OLDENBURG - Belastender Tag für Wladimir K.: Gut sieben Monate nach dem gewaltsamen Tod seiner Ehefrau Olga auf der A 29 kam der Witwer aus Telgte (Kreis Warendorf) am Dienstag zurück nach Oldenburg, wo er im Landgericht als Nebenkläger am Mordprozess gegen den mutmaßlichen Holzklotz-Werfer Nikolai H. teilnahm. Begleitet wurde er von seinem Vater, seiner Schwester und dem Schwager der Getöteten.

„In der Familie sind wir alle füreinander da. Wir sind froh, dass der Prozess beginnt, aber zugleich kommt natürlich auch die Erinnerung wieder hoch“, sagt Schwager Steffen Woitaczak.

Seinen Angaben zufolge hatte sich der Witwer die Entscheidung, den Prozess schon zum Auftakt zu besuchen, im Vorfeld nicht leicht gemacht. Es habe viele Gespräche in der Familie gegeben. Letztlich entschied der 36-jährige Wladimir K. für sich, dass er die Belastung der Nebenklage auf sich nimmt. Offenbar ist es für ihn auch eine Möglichkeit, die Geschehnisse vom Ostersonntag, als seine Ehefrau von einem fast sechs Kilogramm schweren Holzklotz getötet wurde, zu verarbeiten.

In der Verhandlung saß er mit dem Rücken zum Publikum. Das Gesicht richtete er meist nach vorn in Richtung Richter oder nach unten zum Boden. Nach rechts schaute er nicht. Hinter der gläsernen Schutzwand saß dort der Mann, der K.s Frau am Ostersonntag mit einem Holzklotz getötet haben soll.

Dass der Angeklagte Nikolai H. sein Geständnis bei einem Haftprüfungstermin im Juni widerrufen habe, sei für die Familie nervenaufreibend gewesen, berichtet Steffen Woitaczak. „Wir hoffen darauf, dass die Beweislage ausreicht, um den Angeklagten zu verurteilen“, sagt er mit Blick auf die nächsten Verhandlungstage.

Auch zum nächsten Sitzungstag am Dienstag, 11. November, wird Wladimir K. wieder ins Landgericht kommen. Seine Rolle wird dann eine andere sein. Das Gericht will den Witwer als Zeugen in dem Mordprozess befragen.