• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Corona-Krise: Mallorca nur noch mit Maske

14.07.2020

Palma /Madrid Bei Temperaturen um die 30 Grad unter einer Gesichtsmaske zu schwitzen, entspricht nicht gerade den Hochglanzbroschüren der Tourismusbranche. Der Deutschen liebste Ferieninsel Mallorca hat nun aber gerade eine besonders strenge Maskenpflicht erlassen. Im Freien muss künftig jeder ab sechs Jahren fast immer Nase und Mund bedeckt halten, sonst setzt es ein Bußgeld von 100 Euro. Nur am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken, in der Natur außerhalb von Ortschaften sowie beim Sport darf man Gesicht zeigen. Das geht aus einem am Montag im Amtsblatt veröffentlichten Dekret hervor.

Die Überwachung dürfte allerdings haarig werden. So soll die Maskenpflicht zum Beispiel auch an der Theke gelten, wenn jemand länger nichts zu sich nimmt. Wie lange nicht? Die regionale Gesundheitsministerin Patricia Gómez appellierte auf eine entsprechende Frage nur mit einem Appell an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen.

Gesundheit hat Priorität

Die einflussreiche Tourismusbranche, die für 35 Prozent der Einnahmen der vier Baleareninseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera sorgt, hatte noch versucht, die Maßnahme zu verhindern. Sie fürchtet, dass Deutsche und Briten die Insel meiden und angesichts der Auflagen doch lieber die zwar kühleren, aber dafür entspannteren heimischen Strände und Badeseen vorziehen könnten.

Die Balearenregierung aber blieb standhaft. Die Gesundheit der Urlauber und der Einheimischen habe Priorität, begründete Regionalpräsidentin Francina Armengol die Maskenpflicht. Das Coronavirus sei immer noch da, und es wäre ungerecht, wenn die große Mehrheit, die sich verantwortungsbewusst verhalte, von wenigen Unvorsichtigen gefährdet werde.

Party sorgt für Empörung

Und die Unvorsichtigen hatten es vergangenen Freitag mal wieder ordentlich krachen lassen. Zum ersten Mal nach dem Ende des spanischen Corona-Notstands im Juni machten Hunderte Touristen am Ballermann wieder groß Party – und sorgten damit für Empörung auf Mallorca. Kaum einer der Feiernden hatte an der Playa de Palma die derzeit in ganz Spanien geltenden Schutzvorschriften beachtet. „Chaos“, titelte die Regionalzeitung „Última Hora“. „Das Virus hat den Sauftourismus nicht töten können“, schrieb die Zeitung „Diario de Mallorca“. Die Lage sei „völlig außer Kontrolle geraten“.

Am Samstag war es dann wieder etwas ruhiger, berichtete die deutschsprachige „Mallorca Zeitung“. Da könnte auch die Drohung mit Strafgeldern von bis zu 600 000 Euro für Veranstalter illegaler Partys eine Rolle gespielt haben. Ein Kellner sagte der „Mallorca Zeitung“, Zustände wie Freitagabend dürften sich auf keinen Fall wiederholen. „Sonst ist die Party schneller vorbei, als sie wieder angefangen hat.“

Die Balearen folgen mit der Maskenpflicht dem Beispiel Kataloniens und der Extremadura. Auch andere spanische Regionen planen entsprechende Anordnungen. Spanien ist mit knapp 28 400 Corona-Toten und 250 000 Infizierten eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder Europas.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.