PARIS - PARIS/TOM - Die jüngste Krise beim Flugzeugbauer Airbus gefährdet nicht nur deutsche Werke, auch Produktionsstätten in Frankreich geraten auf die Streichliste. Französische Medien sprechen davon, dass Airbus-Chef Louis Gallois auch die vier Standorte Méaulte, Staint-Nazaire, Rochefort und Tarbes zur Disposition stelle.

Unterdessen drängte der frühere Airbus-Chef Jean Pierson Mitte der Woche darauf, dass die Führungsstrukturen beim Airbus-Mutterkonzern reformiert werden müsse und kritisierte dabei die deutschen Anteilseigner stark. Die Deutschen hätten in der Airbus-Geschichte bei Problemen innerhalb des Konzerns stets „die Gelegenheit genutzt, um zu verhandeln“, klagte er im Pariser Wirtschaftsblatt „Les Echos“.

Auch die französischen Medien verhehlen ihre Vorbehalte gegenüber der deutschen Rolle nicht. Die Tageszeitung „Le Monde“ kommentierte unlängst, dass der Konzern, um „in der gleichen Kategorie“ wie Boeing spielen zu können, unbedingt die deutsch-französische Doppelspitze aufgeben müsse: „Deutschland hat das Recht auf einen normalen Anteil, doch Berlin muss einsehen, dass Airbus vor allem vom Nationalismus befreit werden muss.“

Ähnlich sieht das auch die französische Wirtschaftszeitung „La Tribune“. Sie hält die deutsch-französische Beziehung nicht mehr als Motor der europäischen Konzern-Konstruktion. Diese könne man „nur noch mit einer gewissen Nostalgie betrachten.“