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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Corona-Krise: Peking geht in den „Kriegszustand“

15.06.2020

Peking Nach dem größten Ausbruch des Coronavirus seit vielen Wochen in Peking geht die Angst vor einer neuen Welle von Infektionen um. Bei einem Krisentreffen wurden die Behörden der chinesischen Hauptstadt aufgefordert, in den „Kriegszustand“ zu gehen, um einen zweiten Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 zu verhindern. Dutzende neue Ansteckungen wurden seit Freitag auf einem riesigen Großmarkt festgestellt, über den der größte Teil der frischen Nahrungsmittel für die mehr als 20 Millionen Einwohner Pekings geliefert wird.

Riesiger Großmarkt

Das neu entdeckte Virus ist nach einer vorläufigen Untersuchung des Genstamms anders als der Typ, der das Land vorher heimgesucht hat, wie Zeng Guang, Epidemiologe des Gesundheitsamtes nach Angaben der „Global Times“ vom Sonntag berichtete. Die Ergebnisse sollen mit Analysen aus anderen Länder verglichen werden, um die Herkunft zu ermitteln. Das Virus wurde bis zu einem Hackbrett auf dem Xinfadi-Großmarkt zurückverfolgt, auf dem importierter Lachs verarbeitet worden war. China importiert Lachs unter anderem aus Norwegen, Chile, Australien, Kanada und von den Färöer-Inseln.

China hatte die Lungenkrankheit schon weitgehend im Griff. Die nationale Gesundheitskommission meldete aber allein am Samstag landesweit 57 bestätigte Infektionen. Es ist die höchste Zahl seit April. 36 wurden in Peking festgestellt, davon 27 in Verbindung mit dem Markt. Es ist geplant, rund 10 000 Händler und Mitarbeiter auf das Virus zu testen.

Der Xinfadi-Markt im südwestlichen Stadtviertel Fengtai liefert rund 90 Prozent des Gemüses und Obsts der Hauptstadt. Er ist der größte in Peking und hat eine Fläche von 112 Hektar – umgerechnet rund 150 Fußballfelder. Nach der Schließung soll der Markt „gründlich“ desinfiziert werden. Im Umfeld wurden elf Wohnviertel abgeriegelt sowie neun Kindergärten und Grundschulen zugemacht. Auch wurden sechs weitere Märkte geschlossen. Experten warnten, dass die Versorgung Pekings mit Lebensmitteln beeinträchtigt werden dürfte.

Seit Wochen meldet China täglich nur noch eine Handvoll Infektionen – meist unter heimkehrenden Chinesen aus dem Ausland. Insgesamt sind in China mehr als 83 000 Corona-Infektionen offiziell bestätigt. 4634 Infizierte starben.

Verschärfte Maßnahmen

Nach dem neuen Ausbruch auf dem Markt wurden in Peking sofort wieder alle Vorsichtsmaßnahmen verschärft. Die Hauptstadt war schon seit Beginn der Pandemie vor einem halben Jahr besonders geschützt und stärker als andere Städte vom Rest des Landes abgeschottet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren gerade erst gelockert worden. Bewohner wurden nun aufgefordert, sich umgehend zum Corona-Test zu melden, wenn sie jüngst auf dem Xinfadi-Markt oder den sechs anderen geschlossenen Märkten in Peking waren.

Schon in der Elf-Millionen-Metropole Wuhan in Zentralchina, wo das Virus Anfang Dezember erstmals entdeckt worden war, wurde ein Markt mit Meeresfrüchten, wo auch wilde Tiere verkauft worden waren, als möglicher Ursprung des Ausbruchs verdächtigt. Seither breitet sich das Coronavirus Sars-CoV-2 in der ganzen Welt aus. Mehr als sieben Millionen Infektionen sind inzwischen weltweit gezählt worden, mehr als 400 000 Infizierte sind gestorben.

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