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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Brexit hinterlässt nur Verlierer

26.01.2019
Frage: Herr Prof. Selck, zwei Monate vor dem Brexit und vier Monate vor der Wahl gibt Europa ein verheerendes Bild ab. Erwarten Sie noch eine Wende zum Guten?
Selck: Nicht wirklich. Meine Frau und ich haben auch an der Uni Nottingham gelehrt. Wir haben viele Freunde und Kollegen dort – aber niemand kann eine realistische Einschätzung geben, was kommt. Das ist ein großes Dilemma.
Frage: Wird es noch ein Abkommen mit der EU geben?
Selck: Ich rechne eher mit einem harten Brexit, also dem Ausscheiden der Briten am 29. März ohne einen Vertrag.
Frage: Hat sich Premierministerin Theresa May verzockt?
Selck: Ihre Abstimmungspleite im Unterhaus hat keine Perspektive geboten, dass da noch etwas zu reparieren wäre. Eine Kette von Falschbewertungen, Unwahrheiten und Selbstüberschätzungen hat ins Desaster geführt.
Frage: Sehen Sie eine Chance für ein zweites Referendum?
Selck: Niemand kann in die Köpfe der Unterhaus-Abgeordneten schauen. Je enger das Zeitfenster wird, desto größer wird aber der Druck, doch noch handeln zu müssen – auch wenn das viele jetzt zurückweisen. An einen Aufschub des Austrittstermins glaube ich aber nicht.
Frage: Wenn der Brexit nun doch kommt – was bedeutet es für die Menschen?
Selck: Es wird nur Verlierer geben. Aus wirtschaftlicher Sicht wird es die Briten viel stärker treffen als uns. Es gibt hierzu viele Prognosen aus unterschiedlichen Ecken, aber alle sind negativ. Der Weg, Stabilität auf den Feldern Handel, Warenlogistik, Reisefreiheit, Sicherheit, Arbeitsmöglichkeiten und so weiter hinzubekommen, ist sehr lang und mühsam. Es ist dann nichts mehr wie zuvor.
Frage: Manche erwarten, dass der Brexit andere EU-Mitglieder ebenfalls zum Austritt ermutigen könnte.
Selck: Euroskeptizismus hat es immer gegeben. Und Solidarität endet schnell, wenn es um die Finanzrettung anderer Staaten geht. Andererseits steht die Europäische Union während der Verhandlungen mit den Briten relativ geschlossen hinter Michel Barnier, dem Chefunterhändler der EU-Kommission. Ratspräsident Tusk hat von Anfang an gesagt, es werde keine Rosinenpickerei geben. Wenn die Union hier klar bleibt, werden sich das andere Mitglieder noch genauer überlegen.
Oliver Schulz Redakteur / Kulturredaktion
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