• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

ROTES KREUZ: Rettung für Freund und Feind

22.06.2009

BERLIN Es muss ein grausamer Anblick gewesen sein, der sich an diesem Sommerabend im Juni 1859 bot. Der Italienische Krieg war mit einer Schlacht in der Nähe des kleinen Dorfes Solferino, zehn Kilometer südlich des Gardasees, zu Ende gegangen und hatte zahllose verletzte Soldaten auf dem Schlachtfeld hinterlassen. Sterbende und Verwundete wälzten sich im Dreck. Bitten, Stöhnen und Flehen von Zehntausenden war rund um Solferino zu hören – so erzählt es die Historie.

Eigentlich hatte Henry Dunant andere Probleme. Der damals 31-jährige Sohn einer Schweizer Kaufmannsfamilie, der zeit seines Lebens vom Misserfolg verfolgt blieb, war auf der Suche nach dem französischen Kaiser Napoleon III. Nur dessen Konzession konnte sein Kolonie-Projekt in Algerien vor dem Bankrott retten.

Als er nun in diese Schlacht stolperte, kam Dunant eine einfache, aber für die Zeit nicht weniger revolutionäre Einsicht. Mit dem Ruf „Tutti fratelli“ – „Alle sind Brüder“ – sammelte er die Opfer der Schlacht ein, egal ob Opfer oder Täter, egal ob Freund oder Feind.

Diese noble Tat wäre wohl dem Vergessen anheim gefallen, hätte Dunant nach seiner Rückkehr in die Schweiz seine Erlebnisse nicht in einem Buch festgehalten: „Souvenir de Solferino – Erinnerungen an Solferino“. Dunant beschrieb minuziös zerfetzte Körper und Amputationen, befragte Augenzeugen. Und er forderte die Gründung von Hilfsgesellschaften für die Verwundeten über Landesgrenzen hinweg.

Dunant fand Gehör. Aus seiner Idee ist die größte Hilfsorganisation der Welt geworden. In jedem Land gibt es das Rote Kreuz oder eine der Schwestergesellschaften wie den Roten Halbmond.

Dunant selbst war nicht so viel Glück beschieden. Während das Rote Kreuz entstand, war er bankrott, zwischenzeitig sogar obdachlos. Lange war er auf die Hilfe von Freunden angewiesen. Eine späte Würdigung erhielt er 1901 mit der Verleihung des Friedensnobelpreises.

Vom diesem Dienstag bis zum Sonntag werden Rotkreuzler aus aller Welt nach Italien reisen, um dort der Schlacht und Henry Dunants zu gedenken. Allein aus Deutschland fahren Jugendliche aus zehn Landesverbänden in ein internationales Camp in die Nähe des ehemaligen Schlachtfelds. In einem humanitären Dorf wird die heutige Arbeit präsentiert, von Erster Hilfe bis zu den Mobilen Nothilfeeinheiten, die bei der Cholera-Epidemie in Simbabwe im Einsatz waren. Höhepunkt wird die Fiaccolata – ein Fackelzug von etwa 7000 Rotkreuzlern zur Gedenkstätte am 27. Juni. Danach wandern rund 300 Jugendliche von Solferino auf den Spuren Henry Dunants nach Genf. Am 2. Juli soll eine dort entstandene Jugendcharta der UN präsentiert werden.

In Berlin wird es am Donnerstag einen Festakt in der italienischen Botschaft zum Jubiläum mit dem IKRK-Präsidenten Jakob Kellenberger, und Bundestagspräsident Norbert Lammert geben.

www.drk.de

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.