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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Corona-Krise: Der neue Pandemie-Brennpunkt Lateinamerika

13.06.2020

Rio De Janeiro Während Europa erst einmal das Schlimmste hinter sich hat, steuert die Corona-Pandemie in Lateinamerika auf einen Höhepunkt zu. Die Infektionszahlen steigen rasant. Das Gesundheitswesen ist am Limit. Die Wirtschaft liegt danieder. Wie gehen die Staaten mit der Krise um?

 Zahlen: Die Länder sind unterschiedlich stark betroffen. Spitzenreiter ist Brasilien mit rund 800 000 nachgewiesenen Infektionen und rund 40 000 Toten. In Peru haben sich offiziell mehr als 200 000 Menschen infiziert, in Chile etwa 150 000. Mexiko meldet rund 134 000 Infektionen und fast 16 000 Todesfälle. In Argentinien ist die Lage mit gut 25 000 Infektionen und rund 700 Todesfällen noch weitgehend unter Kon­trolle. Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher liegen.

 Maßnahmen: Die Regierungen haben ganz unterschiedlich auf die Pandemie reagiert. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro tut das Virus als „leichte Grippe“ ab. Er stemmt sich gegen jede Art von Schutzmaßnahmen. Einige Bundesstaaten und Städte haben zwar Ausgangssperren verhängt und die Schließung von Betrieben und Geschäften angeordnet. Aber es wird schon wieder gelockert. Vor Einkaufszentren in São Paulo bildeten sich lange Schlangen.

In Mexiko rief die Regierung nach langem Zögern die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben – Pflicht ist das aber nicht. Manche Indus­trien wurden als unerlässlich eingestuft, der Rest musste vorübergehend den Betrieb einstellen. In Lebensmittelgeschäften gilt Maskenpflicht, nicht aber in allen Behörden. Argentinien hingegen verhängte bereits Mitte März eine weitgehende Ausgangssperre, die zumindest im Großraum Buenos Aires noch bis heute gilt.

 Wirtschaft: Die Weltbank sagt für dieses Jahr einen Rückgang der Wirtschaftskraft um 7,2 Prozent voraus. Die Folgen der Rezession dürften in Lateinamerika dramatisch ausfallen, weil es kaum soziale Sicherungssysteme gibt. Die Organisation Aktion gegen den Hunger fürchtet, dass fast 30 Millionen Menschen in die Armut stürzen könnten. So lockern manche Länder – wie Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Honduras – aus wirtschaftlichen Gründen bereits ihre Maßnahmen, obwohl die Kurven weiter steigen.

In Mexiko bleibt die Regierung bei ihrer Sparpolitik. Das unterfinanzierte Gesundheitssystem ist an seinen Grenzen. Ärzte in Krankenhäusern müssen Schutzausrüstung selbst kaufen. Argentinien versucht, die größten Härten abzufedern. Neun Millionen Menschen, die arbeitslos sind, im informellen Sektor arbeiten oder nur sehr wenig verdienen, erhalten pro Monat 10 000 Peso (rund 130 Euro) Staatshilfe. Kleinunternehmer bekommen zinslose Kredite.

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