• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Verzögerungen bei Zustellung  der NWZ: E-Paper freigeschaltet
+++ Eilmeldung +++

In Eigener Sache
Verzögerungen bei Zustellung der NWZ: E-Paper freigeschaltet

NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Rückkehr zum gewohnten Eklat

25.07.2016

Bayreuth Es war ruhig in Bayreuth, schon fast gemütlich. Keine lauten Streitereien und Katharina Wagners „Tristan“ gefiel. Kurz, die vergangene Saison lief eklatlos ab.

Das sollte sich ändern: Skandal-Künstler Jonathan Meese sollte Richard Wagners letzte Oper in diesem Jahr bei den Bayreuther Festspielen als Regisseur auf die Bühne bringen, Andris Nelsons sollte dirigieren – das hätte sicher für Aufsehen gesorgt. Doch bei der Premiere des „Parsifal“ an diesem Montag, 25. Juli, um 16 Uhr wird keiner der beiden dabei sein. Meese wurde bereits 2014 vom Grünen Hügel verjagt – angeblich, weil sein Konzept zu teuer wurde.

Nelsons warf nur vier Wochen vor der Eröffnung der Festspiele das Handtuch und wird kurzfristig von Hartmut Haenchen ersetzt. Nicht einmal Festspielleiterin Katharina Wagner konnte Nelsons zum Bleiben bewegen. „Das hat mich viel Kraft und Anstrengungen gekostet“, sagt Regisseur Uwe Eric Laufenberg dem „Nordbayerischen Kurier“. Er hat die „Parsifal“-Inszenierung für Meese übernommen. „Auch die Sänger waren natürlich sehr verunsichert.“ Haenchen wisse aber, „wie’s funktioniert“, und so sei Laufenbergs Inszenierung mit der Musik zusammengewachsen. „Die Wunde ist noch nicht geschlossen – aber sie heilt.“

Terrorangst in Bayreuth

Gerüchte, der musikalische Leiter Christian Thielemann habe sich zu sehr in seine Arbeit eingemischt, halten sich hartnäckig, auch wenn Thielemann das gute Verhältnis zu dem Dirigentenkollegen betont und der „Süddeutschen Zeitung“ sagte: „Ich bin mit ihm fast befreundet.“ Der Sprecher der Festspielleitung, Peter Emmerich, spekulierte lieber, die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen rund um das Festspielhaus könnten die Künstlerseele Nelsons gestört haben. Seit einigen Wochen nämlich ist das Festspielhaus eingezäunt – wohl zum ersten Mal in seiner Geschichte. Wer das Haus betreten will, braucht einen Sonderausweis. Auch eine Akkreditierungspflicht für Journalisten und Fotografen, die am roten Teppich vor dem Festspielhaus auf die Prominenz warten wollen, herrscht erstmalig.

Die Angst vor terroristischen Anschlägen hat auch in Bayreuth Einzug erhalten. Bei den Festspielen ist man nicht sonderlich glücklich darüber. Regisseur Laufenberg, der als Nachrücker sein altes „Parsifal“-Konzept aus der Schublade geholt hat, das er eigentlich an der Kölner Oper auf die Bühne bringen wollte, hadert offen mit dem Sicherheitskonzept.

„Wenn wir in einer offenen Gesellschaft leben wollen, wird es die absolute Sicherheit nicht geben“, sagte er im Interview der Presseagentur dpa, kurz nachdem in Bayreuth der Zaun aufgebaut worden war. „Die Statistik sagt, dass es viel wahrscheinlicher ist, bei einem Autounfall ums Leben zu kommen als bei einem Terroranschlag. Die Furcht vor dem Terroranschlag ist also – auch in Zeiten, in denen sie gerechtfertigt ist – viel zu groß und wird von der Gesellschaft viel zu hoch gezogen.“

Spekulationen, die Sicherheit sei auch darum in diesem Jahr ein so großes Thema, weil seine „Parsifal“-Interpretation eine islamkritische sei, wies er entschieden zurück. „Man könnte den zweiten Akt in Richtung Islam denken – trotzdem geht dieses Stück nicht um den Islam, es geht ums Christentum.“

Laufenberg, selbst großer Wagner-Fan und seit 1980 Stammgast auf dem Grünen Hügel, sagt, er habe sich für seine Inszenierung vor allem an Wagner selbst orientiert.

Nah an Uraufführung

„Was den ,Parsifal’ angeht, habe ich mich vor allem mit der Uraufführungs-Inszenierung von Wagner selbst beschäftigt, die 50 Jahre an diesem Haus gelaufen ist, und mir die Frage gestellt, wie Wagner selbst die Oper heute inszenieren würde.“ Die Antwort auf diese Frage soll es an diesem Montag geben.

Die Bundeskanzlerin, die mit ihrem Mann Joachim Sauer zu den Stammgästen zählt, wird zur Eröffnung nicht kommen – allerdings nach Angaben der Stadt Bayreuth nicht wegen Sicherheitsbedenken, sondern aus terminlichen Gründen.

Die Kanzlerin hätte die Möglichkeit, die Festspiele in einem der rund 100 Kinos in Deutschland anzuschauen, die diese übertragen. So zum Beispiel auch das Cinemaxx und Casablanca in Oldenburg. An diesem Montag, 25. Juli, um 18 Uhr zeigen sie die Festspiele.


Mehr Infos unter   www.bayreuther-festspiele.de 
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.