Von Rasmus Buchsteiner
Frage:Herr Voigt,
mit welchem seiner Präsidenten-Vorgänger ist Obama am ehesten vergleichbar?Voigt:
Obama ist Obama. Er wird seinen eigenen Stil finden. Für mich ist er so etwas wie eine Mischung aus John F. Kennedy und Martin Luther King.Frage:
Vor welchen Herausforderungen steht er in seiner Amtszeit?Voigt:
Innenpolitisch muss er die Wunden heilen, die der Wahlkampf gerissen hat. Er wird die drängenden Fragen der Wirtschaftspolitik anpacken. Die Realität aber werden im nächsten Jahr mehr Arbeitslosigkeit und ein Einkommensminus sein. Und in der Gesundheitspolitik stehen wichtige Reformen hin zu einer Krankenversicherung für jeden auf der Tagesordnung. Außenpolitisch wird Obama den Schulterschluss mit Europa suchen, gerade bei der Bewältigung der Finanzkrise und in der Sicherheitspolitik.Frage:
Wie wird sich das Verhältnis zu Europa, zu Deutschland im Besonderen, verändern?Voigt:
In der Sicherheitspolitik – Stichwort Afghanistan – wird Obama sicherlich einen stärkeren Beitrag einfordern, auch von Deutschland.Frage:
Wie gut sind die Drähte der Bundesregierung zu Obama?Voigt:
Im Sommer gab es ja persönliche Begegnungen mit der Bundeskanzlerin und dem Bundesaußenminister. Während der vergangenen Monate gab es einen intensiven Meinungsaustausch mit den Beratern Obamas, um Spielräume für gemeinsame Initiativen gegen den Klimawandel oder für Abrüstung und Rüstungskontrolle auszuloten. Wir hoffen, dass der neue Präsident bald nach Amtsantritt Berlin besucht. Obama ist uns herzlich willkommen!Vor dem Präsidenten liegen viele Probleme. Das sagt Karsten Voigt (SPD), Koordinator für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit (Bild: dpa).
