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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Spitzenkandidaten kaum bekannt

17.05.2014

Brüssel Wäre in Deutschland schon jetzt Europawahl, könnte die CDU/CSU ihr stärkstes Wahlergebnis seit 2009 (37,9 Prozent) verbuchen. Das geht aus dem aktuellen Politbarometer, das die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag dieser Zeitung und des ZDF ermittelt hat, hervor.

Demnach würden 38 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme für die Christdemokraten abgeben. Relativ deutlich zulegen könnten auch die Sozialdemokraten. Nachdem die SPD mit 20,8 Prozent vor fünf Jahren ihr schlechtestes Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl überhaupt eingefahren hatte, käme sie aktuell auf 27 Prozent. Grüne und Linke blieben mit elf (2009: 12,1 Prozent) und acht Prozent (2009: 7,5 Prozent) ebenfalls stabil. Die FDP steht mit zurzeit drei Prozent (2009: elf Prozent) vor ihrem nächsten dramatischen Einbruch.

Interesse gestiegen

Während das Interesse an der Europawahl gestiegen ist (aktuell würden 38 Prozent zur Wahl gehen, im März dieses Jahres waren es nur 23 Prozent), finden auch die europakritischen Stimmen immer mehr Gehör. Zum jetzigen Zeitpunkt kann die Alternative für Deutschland (AfD) mit sechs Prozent rechnen, alle sonstigen Parteien kommen gemeinsam auf sieben Prozent (2009: 10,8 Prozent). Problematisch ist hingegen der geringe Bekanntheitsgrad der Spitzenkandidaten für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten, die von den beiden größten Fraktionen im Europaparlament, der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten (S&D) und der Europäischen Volkspartei (EVP), gestellt werden.

Auf die Frage, wer für die Europäischen Volkspartei als Spitzenkandidat antritt, um später auch EU-Kommissionspräsident zu werden, wussten gerade einmal 15 Prozent aller Befragten und auch nur 15 Prozent der CDU/CSU-Anhänger mit Jean-Claude Juncker den richtigen Namen. 80 Prozent wussten überhaupt keine Antwort.

Deutlich höher, aber ebenfalls schwach war die Bekanntheit des aktuellen Parlamentspräsidenten, Martin Schulz. 27 Prozent aller Befragten und 39 Prozent der SPD-Anhänger kannten den sozialdemokratischen Spitzenkandidaten. 72 Prozent kannten ihn nicht. Zum Vergleich: Bei Landtagswahlen liegt der Bekanntheitsgrad von Herausforderern im Schnitt der vergangenen 20 Jahre bei 54 Prozent. Amtsinhaber kommen auf durchschnittlich 71 Prozent.

Bei der Frage, wen sich die Deutschen als zukünftigen EU-Kommissionspräsidenten wünschen, liegt Martin Schulz mit 35 Prozent klar vor Jean-Claude Juncker mit 22 Prozent. 13 Prozent wissen es nicht oder wählen keinen von beiden, 30 Prozent können mangels Bekanntheit überhaupt nicht antworten. Im SPD-Lager kommt Schulz auf 65 Prozent, zwölf Prozent bevorzugen Juncker; im Unionslager erhält Juncker gerade einmal 33 Prozent, 24 Prozent aus diesem Lager hätten lieber Schulz als EU-Kommissionspräsident. Auch auf der Beliebtheitsskala hat Schulz bessere Karten als sein Kontrahent.

Merkel auf den Fersen

Bei einer maximalen Punktzahl von fünf und der niedrigsten Wertung von minus fünf erhält Juncker durchschnittlich 1,4 (CDU/CSU-Anhänger: 2,0), Schulz erreicht 1,8 (SPD-Anhänger: 2,8). Mit diesem Ergebnis liegt Schulz nur vier Zehntel hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel, die aktuell einen Wert von 2,2 erreicht.

Unverändert deutlich ist das Plädoyer für eine Intensivierung von politischer und wirtschaftlicher Kooperation. Für eine verstärkte politische Zusammenarbeit sprechen sich 72 Prozent aller Wahlberechtigten aus. 13 Prozent möchten, dass alles wie bisher bleibt und elf Prozent möchten weniger gemeinsame europäische Politik. Ähnlich deutlich sind die Zahlen bei der ökonomischen Zusammenarbeit (73 Prozent für Verstärkung, 13 Prozent für keine Änderung und zehn Prozent für weniger Kooperation).

Wichtige EU-Themen sind nach Ansicht der Befragten die Verschuldung von EU-Ländern, die Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik sowie die europäische Finanzkrise.

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