[SPITZMARKE]BELGRAD - BELGRAD/DPA - Selbst in kleinsten Details will Tomislav Nikolic, stellvertretender Vorsitzender der nationalistischen Serbischen Radikalen Partei (SRS), seinem politischen Vorbild folgen. Vojislav Seselj, der als formeller SRS-Chef vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal angeklagt ist, habe ihn das „politische Handwerk“ gelehrt und sein ideologisches Gedankengebäude errichtet, betont er. Eine tragende Säule ist noch immer die Errichtung eines „Großserbien“. Nach dem Tod seiner Eltern und seines älteren Bruders wurde dem „genetisch radikal“ eingestellten 54-Jährigen die Partei zur zweiten Heimat und Seselj zum väterlichen Freund.
Nikolic gilt als Politiker, der kein Blatt vor den Mund nimmt. In den 90er-Jahren war der Bautechniker vier Monate als Freiwilliger im Krieg in Kroatien. Von 1998 bis 2000 war er stellvertretender Ministerpräsident in der vom inzwischen gestorbenen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic initiierten Regierung. „Ich bin der neue Seselj in Serbien. Ich führe die Partei“, beschreibt Nikolic seine Rolle.
