STADE -
Vor dem Gerichtsgebäude in Stade wurden Plakate gezeigt. Auf einem stand: „Kinder sind tabu“.
STADE/AP - Zum Auftakt des Prozesses gegen den mutmaßlichen Mörder von Levke und Felix, Marc Hoffmann, hat die Initiative Kim vor dem Stader Landgericht an die beiden toten Kinder erinnert. Der Verein hatte sich 1997 nach dem Sexualmord in Varel (Kreis Friesland) an der damals achtjährigen Kim Kerkow gegründet. Der Vorsitzende Hans Sommer bezeichnete das Schuldeingeständnis Hoffmanns gestern als den „Versuch, eine Strafmilderung herauszuholen“. Mit der von Hoffmanns Verteidiger verlesenen Erklärung wolle der Angeklagte offenbar erreichen, als nicht voll schuldfähig zu gelten. Dem psychiatrischen Fachgutachten des Gerichts zu Folge ist Hoffmann jedoch voll schuldfähig. „Jeder versucht halt, seine Haut zu retten“, sagte Sommer. Die Initiative Kim, die ein bundesweites Notruf-Telefon für Kinder und Jugendliche betreibt, erinnerte vor dem Stader Landgericht mit Luftballons mit der Aufschrift „Kinder sind tabu“ an Levke und Felix. Auf Plakaten stand „Kinderrecht vor Täterschutz“ sowie: „Alle reden vom Täter. Wir reden von den Opfern.“
