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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Klimaproteste in 1769 Städten

15.03.2019

Stockholm /Berlin /Im Nordwesten Weltweit wollen Schüler an diesem Freitag für den Klimaschutz in den Streik treten. Damit erreicht die Bewegung „Fridays for Future“ ihren vorläufigen Höhepunkt. Bis Donnerstagabend waren bereits 1769 Kundgebungen in 112 Ländern angemeldet. Deutschlandweit wollen Schüler in 196 Städten auf die Straße gehen, allein in Niedersachsen und Bremen wird es rund 30 Aktionen geben – darunter in Oldenburg, Rastede, Leer, Emden und Wilhelmshaven.

Vorbild für Klimaproteste ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg, die seit vielen Wochen freitags für den Kampf gegen den Klimawandel demonstriert, statt zur Schule zu gehen. Die 16-Jährige ist inzwischen zu einer Symbolfigur für Klimaschützer rund um die Welt geworden. Ihr Name wurde nun für den Friedensnobelpreis eingebracht. Drei Abgeordnete der norwegischen Sozialistischen Linkspartei sprachen sich dafür aus, dass ihr die renommierte Auszeichnung überreicht wird, wie die Zeitung „Verdens Gang“ berichtete. Dem schwedischen „Aftonbladet“ zufolge wurde sie auch von zwei Politikern aus Schweden nominiert.

Thunberg selbst schrieb dazu auf Twitter, sie fühle sich geehrt und sei sehr dankbar über die Nominierung. Die 16-Jährige sieht die Protestaktionen für einen stärkeren Einsatz gegen den Klimawandel noch lange nicht am Ende. „Warum in aller Welt sollten wir jetzt damit aufhören? Wir haben noch nicht mal angefangen“, sagte sie.

Auch Fachleute stellen sich hinter „Fridays for Future“. Mehr als 20 000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützen die Klimabewegung, sie haben sich unter dem Namen „Scientists for Future“ (Wissenschaftler für die Zukunft) zusammengeschlossen. An diesem Freitag wollen sie den jungen Umweltaktivisten eine Liste der Namen übergeben.

Und nicht nur aus der Wissenschaft, auch aus der Politik erhalten die Schüler Rückendeckung. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier etwa fanden lobende Worte. FDP-Chef Christian Lindner erklärte hingegen, es könne von Kindern und Jugendlichen nicht erwartet werden, dass sie alle globalen Zusammenhänge sehen. Dies ist eine Sache „für Profis“.

Dass die Schüler wegen ihrer Aktionen den Unterricht verpassen, stößt auch auf Kritik. Der niedersächsische Philologenverband mahnte, Aufmerksamkeit für den Klimaschutz dürfe nicht über dauerhaft regelwidriges Verhalten wie Schulschwänzen erreicht werden. Vorsitzender Horst Audritz betonte, es sende ein fatales Signal an die Schüler, wenn der Eindruck erweckt werde, bei politisch genehmem Engagement sei Schulpflicht nicht so wichtig.

Der niedersächsische Sprecher von „Fridays for Future“, Jakob zur Heide, verteidigte hingegen die Aktionen. „Nur durch die Streiks am Freitag konnten wir so viel Aufmerksamkeit erreichen, dass uns nun auch die Politiker zuhören“, sagte der 19-jährige Psychologie-Student aus Osnabrück. Nach seiner Einschätzung habe die virale Verbreitung von Thunbergs Aktionen in den sozialen Medien die Umweltschutz-Bewegung der 1980er und 1990er Jahre wieder aufgeweckt.

Auch Eltern stellen sich jetzt mit „Parents for Future“ an die Seite der Jugendlichen. Sie bitten unter anderem darum, auf Schulverweise oder andere disziplinarische Maßnahmen zu verzichten, wenn Schüler für Proteste den Unterricht schwänzen.

Der Bildungsforscher Klaus Hurrelmann sieht mit „Fridays for Future“ eine neue „aufmüpfige Generation“ heranwachsen. Die Schüler seien heute viel politischer als die über 20-Jährigen und vor allem die über 25-Jährigen, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Das Thema Umwelt habe für junge Leute seit Langem einen hohen Stellenwert.

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