STOCKHOLM - Ob alter oder junger Schwede – bechern tun sie alle. Davon ist jedenfalls der Deutsche überzeugt, und das um so fester, je mehr Erfahrung er mit Nord- und Ostseefähren hat. Ganz falsch ist das nicht, aber ziemlich: Die Schweden, obwohl Bewohner des „nördlichen Schnaps-Gürtels“ respektive der „Wodka-Zone“, konsumieren pro Kopf und Jahr weniger als sechs Liter Alkohol. Die Deutschen liegen über zehn Liter. Die Tschechen kippen pro anno fast 14 Literchen weg – die Untertanen von Karl Gustav und Silvia Sommerlath brauchen sich also von niemandem „Säufer“ nennen zu lassen.
Sie tun auch was dafür. Wissenschaftler haben in einer Untersuchung herausgefunden, was wir uns fast schon gedacht hatten: Wo man schwer an den Stoff heran kommt, da wird auch weniger getrunken. Und in Schweden wird einem der Zugang wahrlich nicht leicht gemacht. Andererseits gilt die alte Weisheit: Der Schwede kübelt anders. Auf den Fähren begegnen wir ja nicht dem statistischen Durchschnittsbürger, sondern dem, der es wissen will. Wie es ist, besoffen zu sein, und wie man den schönen Zustand möglichst schnell erreicht. Fazit: Wer nördliche Fähren meidet, hat beste Chancen, viele Schweden von großer Nüchternheit zu treffen.
