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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Tiefe Zäsur auf dem Grünen Hügel

19.07.2008

BAYREUTH Wenn am 25. Juli die Ehrengäste den Grünen Hügel von Bayreuth hinauffahren und über den Roten Teppich schreiten, beginnt eine besondere Festspielsaison, die zugleich eine tiefe Zäsur markiert: Zum letzten Mal zeichnet Wolfgang Wagner, Enkel des Komponisten Richard Wagner, als Festspielchef verantwortlich. Für Ende August hat er seinen Rücktritt angekündigt und wird dann, nach schier unglaublichen 57 Jahren im Amt, von der Bayreuther Bühne abtreten.

Jahr für Jahr hatte er seinen Rücktritt hinausgezögert. Nun wirke er, obwohl gesundheitlich angeschlagen und schlecht zu Fuß, wie befreit von einer großen Last, heißt es im Festspielhaus. In der Nachfolgefrage scheint sein Vorschlag durchzugehen: Bereits am 1. September könnten seine Töchter, die Halbschwestern Eva Wagner-Pasquier (63) und Katharina Wagner (30), vom Stiftungsrat gemeinsam die Leitung der Richard-Wagner-Festspiele übertragen bekommen.

Während Eva in diesen Tagen in Bayreuth noch nicht in Erscheinung tritt, wirbelt Katharina Wagner bereits wie die neue Chefin durch den Festspielbezirk. Sie scheint sich das Motto des Urgroßvaters zu eigen gemacht zu haben: „Kinder, schafft Neues und abermals Neues!“, soll Richard Wagner zur Eröffnung der ersten Festspiele 1876 ausgerufen haben. Und viel Neues ist in Bayreuth geplant: Erstmals gibt es – am 27. Juli – ein „Public Viewing“, wenn die „Meistersinger“-Premiere live auf den Bayreuther Festplatz übertragen wird. Zugleich wird die Aufführung per Livestream im Internet gezeigt. Auch der verstaubte Web-Auftritt der Festspiele wurde neu gestaltet.

Was die angespannte finanzielle Lage – die Festspiele gelten mit einem Etat von rund 17 Millionen Euro als unterfinanziert – betrifft, haben Bund und Land Bayern bereits Hilfe signalisiert. Doch auch beim Sponsoring und der Vermarktung geht Bayreuth neue Wege. Potente Geldgeber können sich künftig in exklusive Zirkel aufnehmen lassen und genießen in der „Gold Lounge“ beziehungsweise „Silver Lounge“ bevorzugte Behandlung. Das Merchandising wird angekurbelt, zu den Festspielen sollen Souvenirs oder Taschenkalender angeboten werden.

Im Mittelpunkt soll aber das Geschehen auf der Bühne stehen. Schon in den „Meistersingern“ heißt es schließlich: „Hier gilt’s der Kunst!“. Zur Festspieleröffnung am 25. Juli mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) präsentiert der norwegische Regisseur Stefan Herheim seine mit Spannung erwartete Neuinszenierung des „Parsifal“. Sie soll eine Art Zeitreise durch die deutsche Vergangenheit werden. Am Dirigentenpult steht der Italiener Daniele Gatti, die Titelrolle singt Christopher Ventris.

Katharina Wagner hat nach der Premiere im Vorjahr an ihrer Inszenierung von „Die Meistersinger von Nürnberg“ nochmals ordentlich gefeilt. Die Wiederaufnahme am 27. Juli wird von Sebastian Weigle dirigiert. Die beiden schon älteren Inszenierungen „Tristan und Isolde“ (Regie: Christoph Marthaler, Dirigent: Peter Schneider) und „Der Ring des Nibelungen“ (Regie: Tankred Dorst, Dirigent: Christian Thielemann) vervollständigen den Spielplan der bis zum 28. August dauernden Festspiele.

Für die 30 Vorstellungen im knapp 2000 Besucher fassenden Festspielhaus waren fast 500 000 Kartenwünsche eingegangen, heißt es.

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