• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

IWF-C: Top-Banker auf harter Anklagebank

17.05.2011

NEW YORK Der verregnete Himmel über New York dürfte dem Gemütszustand von Dominique Strauss-Kahn am Montag entsprochen haben: Der Spitzenpolitiker wirkt übermüdet und verbittert, als er im Gerichtssaal in Downtown Manhattan auf seine Anhörung wartet. Mit steinerner Miene verfolgt er, wie der Staatsanwalt die lange Liste an Vorwürfen gegen ihn vorliest. Nach wenigen Minuten ist klar: Strauss-Kahn bleibt vorerst in Haft, eine Kaution wird abgelehnt.

Schon in den frühen Morgenstunden war der 62-Jährige in das Gericht gebracht worden, um mit den Vorwürfen konfrontiert zu werden: Versuchte Vergewaltigung, sexueller Missbrauch und Nötigung. Strauss-Kahn zur Seite stand sein Anwalt Benjamin Brafman, der schon Michael Jackson und Rapper P. Diddy vertreten hatte. „Unsere Absicht ist es, seinen Namen reinzuwaschen“, so Brafman.

Strauss-Kahn hatte am späten Vormittag New Yorker Zeit wie alle Angeklagten auf einer Bank im Gerichtssaal Platz nehmen müssen, um darauf zu warten, dass sein Fall aufgerufen wird. Neben ihm saßen mutmaßliche Drogendealer und andere Verdächtige. Der Top-Banker schwieg.

Im Laufe des Montags schälten sich zwei unterschiedliche Versionen heraus. Die eine stammt von dem Zimmermädchen. Der Polizei sagte die Frau, dass sie am Sonnabend gegen 13 Uhr gegen die Tür der 3000 Dollar-Suite des Luxushotels Sofitel geklopft und „Housekeeping“ (Zimmerservice) gerufen habe. Als niemand antwortete, habe sie wie üblich bei offener Tür das Zimmer aufräumen wollen, als ein nackter Mann überraschend auftauchte. Dieser habe die Tür geschlossen, sie aufs Bett geworfen und Oralsex gefordert. Nur mit Mühe habe sie fliehen können.

Strauss-Kahns Anwälte sehen die Vorgänge anders: Zur Tatzeit sei der Franzose mit seiner Tochter essen gewesen und danach gleich zum Flughafen gefahren. Erst da treffen sich die Geschichten wieder: Vor dem Start wurde Strauss-Kahn aus der Air-France-Fluges geholt und zum Verhör nach East Harlem gebracht.

Kaum war seine Festnahme bekannt geworden, meldete sich in Frankreich eine Schriftstellerin mit Vorwürfen: Strauss-Kahn habe vor neun Jahren versucht, sie zu vergewaltigen. Eine sozialistische Abgeordnete berichtete, dass er ihr auf unangenehme Weise zu nahe gekommen sei.

Strauss-Kahns Frau Anne Sinclair hält unterdessen weiter zu ihrem Mann. Als eine Affäre mit einer IWF-Mitarbeiterin öffentlich wurde, schrieb sie sogar auf ihrem Blog, dass so etwas in jeder Partnerschaft vorkommen könne.

Wenn sich DNA-Spuren finden, würde es eng für den 62-Jährigen. Oder ist der für seine Affären bekannte IWF-Chef in eine Falle gelaufen? Er selbst meinte in einem Interview mit der „Libération“, dass seine Schwächen „Geld, Frauen und meine jüdische Herkunft“ seien. Das könnten sich seine Feinde zu nutze machen. Ein Problem sah er offenbar nicht: „Ja, ich liebe Frauen. Na und?“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.