TOYAKO - Umweltverbände und Hilfsorganisationen haben zu dem am Montag begonnenen G 8-Gipfel konkrete Maßnahmen zur Lösung der weltweiten Nahrungsmittelkrise und zur Abwendung der drohenden Klimakatastrophe gefordert.
„Die Agrartreibstoffpolitik der Industrieländer trägt wesentlich zur Nahrungsmittelknappheit bei. „Wenn die Armen hungern, dürfen die Reichen nicht Nahrungsmittel als Treibstoff verbrennen“, sagte Jörn Kalinski, Kampagnenleiter bei der Hilfsorganisation Oxfam Deutschland.
Gipfel-Gastgeber Japan kündigte währenddessen weitere Hilfen im Wert von 50 Millionen Dollar bis Oktober an, um die Auswirkungen der rasant gestiegenen Lebensmittelpreise auf die Entwicklungsländer zu mildern.
In einer Studie der Weltbank wird die massenweise Erzeugung von Biokraftstoff maßgeblich für den Anstieg der Nahrungsmittelpreise verantwortlich gemacht. Die Krise ist eines der Schwerpunktthemen beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industrieländer plus Russlands in Toyako auf Japans nördlicher Hauptinsel Hokkaido.
Die deutschen Umweltverbände riefen die größten Industriestaaten dazu auf, konkrete Ziele für den Klimaschutz zu vereinbaren. „Der Erfolg der Verhandlungen in Toyako hängt davon ab, ob sich die Industriestaaten zu ambitionierten Minderungszielen bis 2020 und 2050 durchringen können“, sagte der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl. Nach Informationen japanischer Medien wird sich der Gipfel jedoch nicht auf eine Halbierung der globalen Emissionen bis 2050 einigen. Die USA seien aber bereit, in der Abschlusserklärung ein 2050-Ziel aufzunehmen, wenn Schwellenländer wie China und Indien darin zur Teilnahme aufgefordert werden.
Unterdessen hat Japan die Sicherheitsvorkehrungen zum G 8-Gipfel verschärft. Gut 20 000 Polizisten sind auf Hokkaido im Einsatz, weitere 20 000 in der Hauptstadt Tokio. Am Rande des Gipfels sind mehrere Demonstrationen geplant.
Ausländischen Aktivisten und Mitgliedern von Nichtregierungsorganisationen wurden laut japanischen Medien die Einreise erschwert und teils verwehrt.
