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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Tradition leben mit der Familie

15.04.2019
Frage: Ein alter ostfriesischer Osterbrauch ist das „Eiertrüllen“. Was hat man sich genau darunter vorzustellen?
Sonnenburg: Es gibt verschiedene Varianten des Brauchs. Bei uns in Leer stehen die Erwachsenen am Ostermontag auf unserem neun Meter hohen Plytenberg und rollen hartgekochte, bunt gefärbte Eier hinunter, die möglichst heil ankommen sollen. Am Fuß des Berges stehen Kinder mit Körben und fangen die Eier auf. Das ist der Auftakt zu einer Serie von Osterspielen wie z.B. Eiersmieten (Eier-Weitwurf), Eierlauf und Eierbicken, bei dem zwei Spieler den oben aus der Faust herausragenden Teil des Eies aneinanderschlagen. Es gewinnt der, dessen Ei heil bleibt. Es gibt aber keinen Gesamtsieger und auch keine Preise. Es zählt allein der olympische Gedanke. In Ostfriesland wird das „Eiertrüllen“ bzw. „Eiertrullern“ auch am Deich und in den Dünen gespielt. Es gibt auch eine verwandte Variante mit Nüssen, das „Nötenscheten“.
Frage: Wann ist dieser Osterbrauch entstanden?
Sonnenburg: Den Brauch könnte es schon im 16./17. Jahrhundert gegeben haben, allerdings fehlt uns hier die Überlieferung. Gesichert ist, dass der 1909 gegründete Leeraner Heimatverein die Tradition im beginnenden 20. Jahrhundert wieder hat aufleben lassen. Jahrzehntelang ruhte der Brauch, dafür wurde am Plytenberg jährlich ein Osterfeuer abgebrannt, bis auch dies einschlief. Seit 2011 wird das „Eiertrüllen“ wieder in Leer praktiziert. Aus welchem Grund der im Mittelalter künstlich errichtete Plytenberg entstanden ist, ist bis heute rätselhaft. Es war möglicherweise ein Versammlungsort, die Rede ist auch von einem Hügelgrab bzw. einem Grab für einen Wikingerhäuptling. Viele Archäologen sind der Ansicht, dass der Hügel als vorgeschobener Aussichtspunkt mit der Festung Leerort in Zusammenhang steht.
Frage: Was macht für Sie das „Eiertrüllen“ so besonders?
Sonnenburg: Diese alte Ostertradition mit vielen Familien und verschiedenen Generationen zu leben und zu feiern, ist etwas sehr Schönes. Es kommen viele Zuschauer, auch aus den Niederlanden oder aus anderen Bundesländern. Bis zu 500 Menschen sind Jahr für Jahr mit dabei beim „Eiertrüllen“.
Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
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