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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Trasse „zerschneidet gewachsene Strukturen“

25.05.2011

BERLIN Wichtige Vogelschutzgebiete würden durch den Verlauf der Strecke unterbrochen. Die Biologin plädiert statt des Baus der A20 für eine Bundesstraße.

Frau Grube, welches sind Ihre schwersten Bedenken gegen den Bau der Küstenautobahn A20?

Grube: Erstens, für die A20 wird ein relativ geringer Verkehr vorhergesagt; zweitens, daraus resultiert, dass der Nutzen in keinem Verhältnis zum Schaden für die Natur steht.

Welche Schäden befürchten Sie?

Grube: Südlich des Jadebusens gibt es etliche europäische Vogelschutzgebiete. Diese wurden ausgewiesen, weil es wirklich eine Not gibt für die Natur. Und diese Gebiete werden durch die A 20 voneinander getrennt. Die Autobahn läuft entweder direkt hindurch oder zwischen Vogelschutzgebieten. Damit unterbricht die Trasse das Verbundsystem. Aber auch die Landwirtschaft, die sowieso unter großer Flächennot leidet, ist betroffen.

Inwiefern?

Grube: Die A20 zerschneidet gewachsene Strukturen und Betriebe. Dazu kommt der Flächenverlust durch die Trasse. Das sind 700 Hektar plus entsprechende Ausgleichsmaßnahmen. In der Summe: Ein Verlust von 1500 Hektar für die Landwirtschaft...

...allein in Niedersachsen? Grube: Ja. Für den Streckenteil von Westerstede bis Drochtersen.

Wie schwierig wird der Bau durch die Moorlandschaft? Grube: Über weite Strecken sehr problematisch. Wir haben insgesamt 45 Prozent Moore, die nicht alle geschützt sind, weil sich darauf zum Teil Grünland befindet. Aber gerade in der Wesermarsch und in der Nähe der Elbe bei Drochtersen gibt es zum Teil Moortiefen von zehn bis zu 20 Metern. Dabei handelt es sich nicht um reines Moor, sondern um einen Wechsel von Klei und Moor. Das heißt, das Moor schwimmt auf dem Klei. Da ist den Planungsbehörden wohl auch noch nicht klar, wie das geregelt werden kann.

Können Sie sich eine Autobahn vorstellen, die den Erfordernissen von Wirtschaft und Naturschutz genügt? Grube: Ich würde nicht Autobahn, sondern Straße sagen. Es gibt Bundesstraßen wie die B211, B437 oder auf der anderen Weserseite mit der B71 und B74, die nicht ausgelastet sind. Das Problem dort: der Pkw-Verkehr kann wegen der Laster nicht so flüssig fahren. Aber da hat man mit einer Wechselspur und Zweispurigkeit gute Erfahrungen gemacht und den Verkehr verflüssigt. Das ist ein geringerer Eingriff in die Natur, der auch mit weniger Kosten und mit kürzerer Bauzeit verbunden ist.

Also, Autobahn nein, Bundesstraße ja? Grube: Bundesstraße ja – wo es möglich ist.

Gunars Reichenbachs
Chefkorrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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