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Von karsten Frerichs und Thomas Schiller
Frage:
Ab dem 20. Mai trifft sich in Bremen der evangelische Kirchentag. Was erwarten Sie von dem Treffen?
Huber:
Ich hoffe, dass das ein großes Fest des Glaubens wird – mit einer besonderen Prägung durch die Weltoffenheit und die vielfältige Liberalität Bremens.
Frage:
Der Kirchentag wird überschattet von der Wirtschafts- und Finanzkrise. Welche neuen Denkansätze kann ein Kirchentag liefern?
Huber:
Der Kirchentag an sich wird ein großes Signal dafür sein, dass Menschen bereit und entschlossen sind, sich einzubringen. Sie wollen nicht nur Opfer der globalen Entwicklung sein, sondern selbst das Wort ergreifen.
Frage:
Der Kirchentag wird 60 Jahre alt. Was waren die drei wichtigsten Impulse?
Huber:
Wenn ich drei Impulse hervorheben darf, beginne ich erstens mit der Verantwortung der Christen für die gemeinsame Zukunft unseres Landes und die Zusammengehörigkeit der Deutschen. Zweitens nenne ich den Aufbruch zu neuen Formen christlicher Frömmigkeit – das fängt an in den 70er Jahren, zum Beispiel 1975 in Frankfurt. Und drittens ist mir die Zuwendung zu den gesellschaftlichen Herausforderungen wichtig.
Frage:
Was waren in den 60 Jahren die größten Irrtümer der Kirchentagsbewegung?
Huber:
Wir alle haben daneben gelegen in der Frage, für wie unauflösbar wir die Spaltung Europas und Deutschlands hielten. Wir waren alle überrascht vom Jahr 1989.
Frage:
Ebenfalls 60 Jahre alt wird Ende Mai die Bundesrepublik. Steht der Kirchentag in Konkurrenz zu dem zeitgleichen Festprogramm in Berlin?
Huber:
Der Kirchentag ist nicht ein Kommentar zu 60 Jahren Grundgesetz. Er ist aber eine Gelegenheit, bei der wir deutlich machen können, was wir als evangelische Christen in das Ethos einer freiheitlichen Demokratie einbringen..