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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Jalta-Konferenz: Verbündete von einst tief verfeindet

04.02.2015

Jalta Ihre Feier zum 70. Jahrestag der Jalta-Konferenz von 1945 lassen sich die Bewohner auf der Halbinsel Krim auch von dem internationalen Konflikt um die Ukraine nicht verderben. In dem Luftkurort an der Schwarzmeerküste liegt er stolz auf einer Anhöhe der Stadt: der Liwadija-Palast, früher Sommerresidenz der russischen Zarenfamilie. Der Sowjetdiktator Josef Stalin lud in den einst von den Bolschewiki übernommenen Palast mit Meeresblick kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs die Alliierten zum Endkampf gegen Hitler ein.

Die USA, Großbritannien und die Sowjetunion klopften hier vom 4. bis 11. Februar 1945 die europäische Nachkriegsordnung fest. Doch der Konferenzort auf der von Russland im März 2014 einverleibten Krim zeigt auch, dass diese Ordnung aus den Fugen geraten ist.

Das Bild vom Schulterschluss mit dem kommunistischen Diktator Stalin und US-Präsident Franklin D. Roosevelt sowie Großbritanniens Premier Winston Churchill ging damals um die Welt. Zum Jubiläum wollen die Krim-Behörden eine Bronze-Statue mit den drei Staatenlenkern – ein Werk des Moskauer Künstlers Surab Zereteli – in Palastnähe aufstellen, wie die Krim-Parlamentarierin Swetlana Sawtschenko sagt.

Konferenz geplant

Eine von russischen Stiftungen organisierte Historiker-Konferenz und eine Ausstellung mit Fotomaterial vom Moskauer Außenministerium sind geplant. In dem Dorf Nowofjodorowka soll nachgestellt werden, wie sich die Mächtigen in der Nacht zum 3. Februar auf dem Flughafen trafen. Doch große Sprünge etwa mit Beteiligung namhafter internationaler Gäste sind tabu. EU und USA sehen das Gebiet weiter als ukrainisches Territorium an.

Die Verbündeten von einst sind tief verfeindet. Die USA und die EU haben die Krim mit Sanktionen belegt, seit sie sich von der Ukraine abspaltete und zum „Mutterland“ zurückkehrte. Der Westen sieht darin einen Bruch des Völkerrechts und einen Verstoß gegen die Nachkriegsordnung. Russland hingegen beruft sich auf jahrhundertealte Wurzeln auf der Krim, die Kremlchef Nikita Chruschtschow 1954 unter Verstoß gegen sowjetisches Recht an die Ukraine verschenkt habe.

Balance gefunden

Die Krim-Bewohner seien bis heute stolz darauf, dass sich die Vertreter gegnerischer Systeme in Jalta vereinten, um gegen die „menschenverachtende Ideologie der Nazis“ vorzugehen, sagt die Politikerin Sawtschenko. Doch das in Jalta vereinbarte System der Nachkriegsordnung, die Strukturen der europäischen Sicherheit und letztlich die Sowjetunion selbst seien längst zerstört, wie die russische Historikerin Natalia Narotschnizkaja meint.

Das Verdienst der Krim-Konferenz liege bis heute darin, dass Politiker gegnerischer Systeme auf dem Verhandlungsweg „eine Balance zwischen sehr ernsten und konfliktgeladenen Interessen“ gefunden hätten, meint Narotschnizkaja. Jalta sei ein Beispiel dafür, „wie gegenseitige Zugeständnisse zu erreichen sind. Bis heute ist das eine Lehre von universeller Bedeutung.“

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