• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Versagen der Politik

24.09.2019
Frage: Können sich deutsche Pauschal- und Flugreisende von Thomas Cook beruhigt zurücklehnen in der Überzeugung, gut abgesichert zu sein gegen eine Insolvenz?
Methmann: Ich würde mir das sehr wünschen. Aber leider ist das nicht so. Vielmehr haben wir es hier mit einem Versagen der Politik zu tun. Thomas Cook ist immerhin einer der Großen der Branche. In der europäischen Pauschalreise-Richtlinie heißt es, dass der Pauschalreisende einen Schutz vor Insolvenz haben muss, und zwar einen wirksamen. In Deutschland hat man das über eine Versicherung geregelt, wobei diese Haftung auf einen Höchstbetrag von 110 Millionen Euro pro Reiseanbieter und Geschäftsjahr begrenzt ist. Das reicht nicht aus. Angesichts der genannten Zahlen von betroffenen deutschen Reisenden kommt man schnell auf Beträge, die um ein Mehrfaches höher ausfallen können. Das hieße, dass ganz viele Urlauber ihr Geld nicht zurückerhalten. Dass hier bislang nichts passiert ist, ist ein Versagen der Bundesregierung, die nicht gehandelt hat. Es gab schon einen Antrag der Grünen im Bundestag, diese Haftungsobergrenze zu erhöhen. Es kann also keiner sagen, er hätte es nicht gewusst. Wenn es hier ein Problem geben sollte im Fall Thomas Cook, wäre das ein Drama mit Ansage. Die Haftungsobergrenze muss deutlich nach oben korrigiert werden.
Frage: Sind deutsche Reisende besser oder schlechter abgesichert als in Nachbarländern?
Methmann: Generell gibt es eine europaweite Absicherung von Pauschalurlaubern. Es wird aber den EU-Mitgliedsstaaten überlassen, wie sie wirksame Mittel installiert, um ihre Pauschalurlauber abzusichern. Da glaube ich schon, dass Deutschland mit dem Insolvenzversicherungsmodell eigentlich ganz gut gestellt ist.
Frage: Was sollte ein betroffener deutscher Urlauber tun?
Methmann: Er sollte in erster Linie auf seinen Reisesicherungsschein schauen. Den sollte man immer zusammen mit den Reiseunterlagen dabei haben. Den muss man bei der Buchung ganz am Anfang bekommen, bevor man bezahlt. Erst dann darf eine Anzahlung geleistet werden. Und da steht die Versicherung drin, an die er sich wenden muss. Das betrifft etwa den Fall, dass sich der Pauschalreisende um seine Rückreise bemühen muss, und dabei wird er Ausgaben haben. Die bekommt er zurück von der Versicherung, die in dem Schein steht. Die ist sein wichtigster Ansprechpartner.
Gernot Heller Korrespondentenbüro Berlin
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2018
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.