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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

20 Jahre Mauerfall: Volksfest auf dem Todesstreifen

12.06.2010

BERLIN Als der Bagger in der Bernauer Straße die ersten Teile der Mauer einriss, flossen Sekt und Tränen der Rührung. Hunderte Berliner feierten auf dem früheren Todesstreifen ein spontanes Volksfest. Vor 20 Jahren begann hier am 13. Juni 1990 offiziell der Abriss der ohnehin schon löchrigen Berliner Mauer. „Das ist das Schönste, was wir in unserem Leben gemacht haben“, sagte der damalige West-Berliner Bausenator Wolfgang Nagel (SPD) gerührt. Die Aktion war zugleich der Auftakt für den Abbau der innerdeutschen Grenzanlagen.

Der historische Ort in Berlin war nicht von ungefähr gewählt. Die Bernauer Straße galt mehr als 28 Jahre als Symbol der deutschen Teilung – die bewohnten Häuser gehörten zum Osten, der Bürgersteig zum Westen. Hier versuchten Menschen in den ersten Tagen nach dem Mauerbau vom 13. August 1961 noch, aus ihren Fenstern in den Westen zu springen. Das Bild von dem DDR-Soldaten, der in der Bernauer Straße über Stacheldraht in den Westen flüchtete, ging um die Welt.

Heute sind an der einstigen Trennlinie zwischen den Stadtteilen Wedding und Prenzlauer Berg die Spuren der Vergangenheit nicht verschwunden, wie an so vielen anderen Stellen Berlins. Ganz im Gegenteil: Mit einem Stück Original-Mauer wurde ein nationales Mahnmal errichtet. Jetzt wurden etliche Zeugen der Vergangenheit wie Fundamentreste der Sperranlagen freigelegt, sie gehören zu einer Erinnerungslandschaft unter freiem Himmel, die auf dem früheren Grenzstreifen entsteht. Nach einer wissenschaftlichen Studie starben durch das mörderische DDR-Grenzregime mindestens 136 Menschen an der Berliner Mauer.

Damals, wenige Monate nach dem Mauerfall vom 9. November 1989, war ganz Berlin noch im Freudentaumel. Die verhasste Mauer sollte weg, fanden gerade viele Ostdeutsche. Auch „Mauerspechte“ waren massenhaft unterwegs, um sich ein Stückchen des Betonwalls zu sichern. Die Stimmen, die einen Teil der Beton-Sperre zur Mahnung und zum Gedenken erhalten wollten, gingen fast unter. Die Grünen befürchteten, dass mit dem hektischen Mauerabriss nichts stehen bleibe, was später als Denkmal gebraucht werde. Ein Konzept dafür gab es nicht.

Heute ist es tatsächlich so, dass gerade Touristen und Schüler nach dem „antifaschistischen Schutzwall“ suchen, wie die Mauer im Jargon der SED-Führung tituliert wurde. Viele wollen lieber Geschichte zum Anfassen, sie sind enttäuscht von dem Streifen aus Pflastersteinen, der den Verlauf der Mauer nachzeichnet. Nur wenige originale Teile wie Wachtürme der DDR-Grenzposten oder Mauerstreifen blieben stehen.

Der Abriss der rund 155 Kilometer langen Grenze, die West-Berlin umschloss, war auch ein Geschäft. Der Historiker Ronny Heidenreich geht davon aus, dass beim Mauer-Verkauf Gelder in Millionenhöhe verschwanden. Die DDR-Führung selbst habe den Handel schon kurz nach dem Mauerfall eingefädelt. Im Sommer 1990 sei auch die Nationale Volksarmee beim Abbau der Sperranlagen in das Mauer-Geschäft eingestiegen. Die DDR-Außenhandelsfirma Limex, die den Verkauf per Staatsauftrag übernahm, habe einen schwunghaften Handel organisiert, so der Historiker. So habe allein eine Auktion in Monaco im Sommer 1990, bei der bemalte Mauersegmente unter den Hammer kamen, fast zwei Millionen D-Mark erbracht.

Heute finden sich Mauerteile in aller Welt. Besonders in den USA sei das Interesse an „the Wall“ ungebrochen.

wurde am 13. August 1961 begonnen. Die Mauer sollte das wirtschaftliche Ausbluten der DDR verhindern. Am 9. November 1989 fiel die Mauer unter dem Druck der DDR-Bevölkerung.

Grenze hatte eine Länge von knapp 1400 Kilometern. Die Mauer um den Westteil Berlins war 155 Kilometer lang. Rund 11 500 Soldaten kontrollierten dort die Grenze.

Menschen soll die Flucht gelungen sein, mindestens 136 starben zwischen 1961 und 1989 an der Mauer.

der Mauer wurde am 13. August 1961 begonnen – zwei Monate nach der Versicherung von DDR-Staatschef Walter Ulbricht: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“

sollte das wirtschaftliche Ausbluten der DDR verhindern. Durch das Nadelöhr Berlin waren von 1949 bis 1961 rund 1,6 Millionen Menschen in den Westen geflüchtet.

Grenze bei Hof hatte eine Länge von knapp 1400 Kilometern.

Die Mauer um den Westteil Berlins war 155 Kilometer lang und knapp vier Meter hoch. Hier befand sich auch der „Todesstreifen“ - ein 100 Meter breiter und schwer bewachter Korridor. Rund 11 500 Soldaten kontrollierten die Grenze rund um die geteilte Stadt. Hunderte Wachhunde und Beobachtungstürme sollten die „Republikflucht“ verhindern. Dazu kamen Fahrzeug-Sperrgräben, Tretminen und Selbstschussanlagen.

Trotz der massiven Gefahren versuchten DDR-Bürger immer wieder, über die Mauer nach West-Berlin zu fliehen. Mehr als 5000 Menschen soll die Flucht gelungen sein. Dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam zufolge starben zwischen 1961 und 1989 mindestens 136 Menschen an der Mauer.

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