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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Warum GSG-9-Chef Wegener keine Schutzweste trug

22.11.2008

Von Reinhard Tschapke

Frage: Wozu noch einen Film zum Thema RAF und Mogadischu? Es gibt doch z. B. den berühmten Fernsehfilm „Todesspiel“ von Heinrich Breloer . . .

Sperl: Als man mir vor drei Jahren die Geschichte vorlegte, habe ich genau das gesagt. Aber nach der Lektüre der Vorlage von Maurice Philip Remy war ich total begeistert. Die Rolle des Piloten Schumann wird erstmals ausgeleuchtet, keiner hat das zuvor getan. Das Heldentum dieses Mannes, der die Passagiere der „Landshut“ retten wollte, zeigt, wie weit Zivilcourage gehen kann – bis in den Tod.

Frage: Man erzählt, Sie hätten für sehr authentische Drehbedingungen gesorgt.

Sperl: Die vielen Lampen sorgten am Set in Casablanca für über 40 Grad in der Maschine; diese Temperaturen gab es ja 1977 tatsächlich 24 Stunden lang im Flugzeug, als die Klimaanlage ausfiel.

Frage: Sie hatten Zeitzeugen als Helfer.

Sperl: Daran lag uns viel! Co-Pilot Jürgen Vietor war lange bei den Dreharbeiten dabei. Ulrich Wegener hat seine damalige Geschichte noch einmal erlebt. Das Spannende war beim Nachstellen, dass sich bei ihm im Laufe von 30 Jahren die Erinnerung verschoben hat. Er meinte zunächst, er habe damals einen Terroristen erschossen. Tatsächlich stand er aber 1977 unter der Maschine und befehligte als Chef den Einsatz der GSG 9. Er hat seinem Adjutanten seine schusssichere Weste gegeben, die ihm dann das Leben rettete. Das zeigt: Die Wahrheit ist immer nur eine Rekonstruktion, ist nur bruchstückhaft.

Frage: Wissen Sie noch, wo Sie im Herbst 1977 waren?

Sperl: Ich war in Frankfurt. Ich glaube, damals haben sich Bilder ins kollektive Gedächtnis gebrannt. Zum Beispiel, wie der tote Lufthansa-Kapitän Schumann aus der Maschine geworfen wird.

Frage: Kürzlich hat Marcel Reich-Ranicki das Fernsehen gescholten. Fühlten Sie sich angesprochen?

Sperl: Nein. Ich habe u. a. „Die Flucht“ oder „Stauffenberg“ gemeinsam mit Teamworx und Nico Hofmann gemacht. Wenn das gescholtene Fernsehen bewiesen hat, dass es auch qualitative Ausnahmen gibt, dann gehören diese Produktionen wie andere herausragende Fernsehfilme dazu! Insgesamt aber hat Reich-Ranicki mit seiner Kritik sicher ein Ausrufezeichen gesetzt, das uns hilft.

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