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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Kampf Gegen Corona: USA erlauben Covid-19-Behandlung mit Blutplasma

25.08.2020

Washington Hoffnungsschimmer in der Corona-Pandemie: Die US-Regierung erteilt eine Notfallgenehmigung für die Behandlung der Erkrankung Covid-19 mit Blutplasma, das Antikörper gegen das Coronavirus enthält. Die Idee hinter der sogenannten Immunplasma-Therapie ist bestechend: Weil es noch keinen Impfstoff gibt, der die Bildung von Antikörpern gegen Sars-CoV-2 anregt, verabreicht man Patienten Antikörper von Menschen, die diese nach einer natürlichen Infektion gebildet haben. Zu dem Verfahren laufen weltweit Studien, auch in Deutschland.

Unklare Wirksamkeit

Wie die Therapie funktioniert

Die Behandlung mit Plasma, dem flüssigen und zellfreien Anteil des Blutes, hat folgenden Hintergrund: Im Verlauf einer Infektion bildet das Immunsystem eines Menschen unter anderem Antikörper, um den eingedrungenen Erreger zu beseitigen. Diese Antikörper bleiben nach einer Infektion zumindest eine Weile im Körper erhalten. Man kann also aus dem Blut Genesener die Antikörper gewinnen und diese dann akut Erkrankten verabreichen – damit sie auch bei ihnen das Virus bekämpfen und die Schwere der Erkrankung abmildern.

Plasma wird seit über 100 Jahren genutzt und gilt als sicher für Patienten. Bislang aber noch unklar ist, wie wirksam Plasma tatsächlich ist, um die Covid-19-Sterblichkeitsrate zu senken. Der Chef der zuständigen US-Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA), Stephen Hahn, sprach von begrenzten, aber bislang „vielversprechenden“ Daten.

Die noch unveröffentlichte Studie der US-Forscher zeigt, dass die 35 000 zumeist schwer erkrankten Patienten, die drei Tage nach einer Covid-Diagnose eine Transfusion bekamen, eine etwas geringere Sterblichkeitsrate hatten als jene, die später behandelt wurden. Allerdings gab es bei der Studie keine Kontrollgruppe, die Ergebnisse sind also nur begrenzt aussagekräftig.

Druck gemacht

US-Präsident Donald Trump, der zuletzt öffentlich Druck auf die FDA gemacht hatte, um schnellere Fortschritte verkünden zu können, bezeichnete die Notfallgenehmigung hingegen als „sehr historischen Durchbruch“. Er sprach von einer „wirkmächtigen Therapie“ mit einer „unglaublichen Erfolgsrate“.

Ihm dürfte die Ankündigung sehr gelegen kommen: Am Montagabend (Ortszeit) begann der Parteitag der Republikaner, bei dem Trump gleich zu Beginn offiziell als Kandidat für die Wahl im November nominiert wurde.

Die Corona-Pandemie ist in den USA weiterhin völlig außer Kontrolle. Die Behörden haben bisher rund 5,7 Millionen bestätigte Infektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet. Fast 177 000 Menschen starben.

Weit verbreitet

Die Behandlungsmethode mit Plasma ist in den USA aber bereits weit verbreitet. Im Rahmen einer klinischen Sondergenehmigung haben bereits rund 70 000 Menschen in den USA Plasma erhalten, erklärte die FDA. Von einem Durchbruch zu sprechen, scheint daher eher übertrieben. Die Notfallgenehmigung entspricht zudem keiner formellen Zulassung, für die wesentlich höhere Hürden gelten. Auch ist das Plasma-Angebot begrenzt, da es nur aus Blutspenden Genesener gewonnen werden kann.

Der Schritt der FDA mache vor allem den Handel mit Plasma einfacher und dürfte Herstellern helfen, ihre Kosten zu decken, erklärte der frühere FDA-Chef Scott Gottlieb gegenüber dem Fernsehsender ABC.

NWZonline.de/gesundheit
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