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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

ASTRONOMIE: „Wir holen die Sterne auf die Erde“

24.12.2005

In der Seefahrt wird der Umgang mit den Himmelskörpern gelehrt. Angehende Kapitäne lernen die Arbeit mit dem Sextant.

von Thomas Bücher

Unter den Millionen von Sternen gibt es einen, an dem sich die Menschen schon seit Jahrhunderten orientieren. Doch da der Nordstern nicht zu den hellsten Himmelskörpern zählt, ist er nicht ohne weiteres zu finden. Wie man ihm auf die Spur kommt, erklärt Jürgen Rahn: „Sie müssen nur die Hinterachse des Großen Wagens fünfmal verlängern und schon haben Sie ihn“, erklärt Rahn auch seinen Planetariumsbesuchern. Der pensionierte Dozent an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven, Fachbereich Seefahrt in Elsfleth bietet Führungen durch das virtuelle Weltall an: „Wir machen mit unseren Gästen auch Reisen zum Nordpol oder ,fliegen‘ zum Äquator.“ Doch eigentlich ist das Planetarium für den Unterricht an der Seefahrt-Schule vorgesehen. „Hier bieten wir allgemeine

astronomische Grundlagen an.“

Die Studenten in Elsfleth lernen jedoch auch den praktischen Umgang mit den Sternen: Zur Positionsberechnung wird in der astronomischen Navigation der Sextant eingesetzt. Dieses Prinzip der Höhenmessung von Gestirnen gibt es schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Doch der Stellenwert in der Ausbildung ist enorm zurück gegangen. Das ist nicht zuletzt dem technologischen Fortschritt zu verdanken. „Im Grunde wird das Wissen nur noch als ,Notfallsystem‘ beigebracht“, erläutert der Professor für technische Schiffsführung, Christoph Wand. Mittlerweile gibt es satelitengestützte Navigationssysteme wie das Global Positioning System (GPS), das in vielen Fahrzeugen schon Standard ist. Doch der Sextant bleibt unschlagbar: „Die Arbeit mit ihm ist das einzig weltweit funktionierende System. Die einzige Alternative bei Versagen der Sateliten-Systeme“, unterstreicht Fregattenkapitän Gerold Leidenfrost von der Marineschule Mürwik.

Wer selbst einen Blick in den Himmel werfen will, der kann mit einem Teleskop in Freie gehen und dort zum „Sternseher“ werden. Nur, den richtigen Ort zum Sternebeobachten zu finden, ist gar nicht so einfach. Werner Kreye, der stellvertretende Vorsitzende der Astronomischen Vereinigung Oldenburger Sternenfreunde (AVOS) rät: „Generell gilt, wer sich die Sterne auf die Erde holen will, muss die Dunkelheit suchen. Deswegen ist der Stadtbereich wohl kaum geeignet, um sein Teleskop aufzustellen.“ Kreye will seinen Lieblingsplatz zum Blick in die Ferne nicht preisgeben. Und um einen festen Ort zum Beobachten der Himmelstrabanten zu haben, planen die Sternenfreunde, eine eigene Sternwarte in Frisoythe Gehlenberg zu bauen. „Wer Interesse hat, sich mit den Sternen zu beschäftigen und vielleicht ein Teleskop geschenkt bekommen hat, kann sich gerne bei uns melden.“ Einmal im Monat treffen sich die Sternenfreunde zu einem Stammtisch in Oldenburg.

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