Schwerin - Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern waren bisher SPD, CDU, Linke, Grüne und NPD vertreten. Künftig dürfte auch die AfD dazu gehören. Die FDP hofft auf eine Rückkehr.
Erwin Sellering (SPD): Der 66-Jährige stammt zwar aus der Nähe von Bochum, ist politisch aber ein Zögling des „Urvaters“ der Nordost-SPD, Harald Ringstorff. 1994 war Sellering als Verwaltungsrichter nach Greifswald gekommen. Später machte ihn der damalige Ministerpräsident erst zum Justiz-, dann zum Sozialminister. 2008 übernahm Sellering das Regierungssteuer. Der dreifache Vater gilt als Pragmatiker und Teamspieler. Kritiker werfen ihm vor, Probleme wegzulächeln.
Lorenz Caffier (CDU): Zum zweiten Mal versucht Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landeschef, Ministerpräsident zu werden. Beim ersten Anlauf 2011 stürzte seine Partei auf 23 Prozent, ihr schlechtestes Ergebnis im Nordosten. Dem 61-jährigen Innenminister wird es maßgeblich zugeschrieben, dass der Flüchtlingszustrom im Nordosten vergleichsweise geordnet bewältigt wurde.
Helmut Holter (Die Linke): Er gehört zum „Urgestein“ seiner Partei. Mit Unterbrechung gehört er dem Parlament seit 1994 an. Wie schon 2011 führt der heute 63-Jährige Die Linke erneut als Spitzenkandidat an. Als Fraktionsvorsitzender ist er Oppositionsführer, doch kennt er auch die Regierungsseite: 1998 hob er die bundesweit erste rot-rote Landeskoalition mit aus der Taufe und wurde Arbeitsminister sowie Vize-Ministerpräsidenten.
Silke Gajek und Jürgen Suhr (Grüne): Die Partei tritt traditionell mit einem Spitzenduo zur Wahl an. Gajek ist schon zum zweiten Mal dabei. Nach dem ersten Landtagseinzug der Nordost-Partei 2011 wurde sie Landtagsvizepräsidentin. Die 54-jährige studierte Sozialökonomin begann mit der Politik im Wendeherbst 1989 beim Neuen Forum. Suhr (57) ist seit dem Landtagseinzug Fraktionschef der Grünen. Der Wirtschaftswissenschaftler stammt aus Remscheid und kommt aus der Friedensbewegung.
Cécile Bonnet-Weidhofer (FDP): Die 33-jährige studierte Sprachlehrerin und Kulturwissenschaftlerin ist die mit Abstand jüngste Spitzenkandidatin. Sie stammt aus Südfrankreich und kam vor sechs Jahren nach Schwerin. Bei den Liberalen aktiv ist Bonnet-Weidhofer nach eigenem Bekunden seit 2011. Bereits bei der Europawahl 2014 war sie FDP-Spitzenkandidatin im Land – mit mäßigem Erfolg: 1,9 Prozent.
Leif-Erik Holm (AfD): Der 46-Jährige ist einer von zwei Landessprechern seiner Partei. Vielen ist er noch als Moderator des Radiosenders Antenne MV im Ohr. Der studierte Volkswirt wird dem gemäßigter auftretenden Flügel zugerechnet und präsentiert die AfD gern als Partei, die Politik für Familien macht. Doch immer wieder schlägt Holm auch nationalistische Töne an, warnt vor kriminellen Ausländern und fordert geschlossene Grenzen.
Udo Pastörs (NPD): Pastörs (64) gilt als eine Schlüsselfigur der NPD. Seit ihrem Landtagseinzug 2006 führt er die Fraktion der Rechtsextremisten und stieg vorübergehend zum Bundesvorsitzenden auf. Nach parteiinternem Streit hat er auf Bundesebene keine Führungsämter mehr. In seinen Reden lotet Pastörs die Grenzen des Zulässigen immer wieder aus.
