BERLIN - Kameras mit starkem Zoom holen weit entfernte Motive nah heran, fotografieren aber auch ganze Landschaften im Panorama, perfekt für die Reise. Zumindest, wenn die Kamera trotz Superzoom klein bleibt. Die Stiftung Warentest hat jetzt 26 Kameras mit starkem Zoom getestet (2/12). Die meisten passen locker in die Jackentasche, sie sind nur 2,3 bis fünf Zentimeter dick.
Anbieter übertreiben
Testsieger bei den kleinen Kompakten sind zwei Modelle von Canon und Casio. Die kleine Casio Exilim EX-H30 macht besonders gute Bilder, selbst bei wenig Licht. Mit Zehnfach-Zoom. Ihr Lautlosmodus ermöglicht das Fotografieren auch in Kirchen oder im Theater. Die Panoramafunktion erzeugt ein 240-Grad-Panorama in einem Schwenk. Kreative Fotografen können Schärfe und Belichtungszeit auch von Hand einstellen. Preis für die Casio: rund 160 Euro.
Die Canon Ixus 1100 HS funktioniert nur automatisch: einfach und gut. Sie macht gute Bilder und gute Videos in hoher Auflösung. Ebenfalls mit Zehnfach-Zoom. Die kleine Kamera ist besonders flach und schick: Gehäuse aus Edelstahl, wahlweise in Schwarz, Silber oder Rot. Ein echter Hingucker. Wermutstropfen: Der edle Winzling ist mit rund 340 Euro teuer.
Größere Kameras bieten oft noch stärkere Zooms, 20-fach und mehr. Ihre Telewirkung ist größer. Ein Vorteil auf der Fotosafari, vor allem für Tierfotos.
Die beste große Kamera mit Superzoom heißt Nikon Coolpix L120. Sie bietet Spielraum von starkem Weitwinkel bis zu starkem Tele. Zoomfaktor laut Nikon: 20-fach. Die Messung der Stiftung Warentest ergibt 16,2-fach. Grund für die Abweichung:
Die Anbieter übertreiben gern. Sie nennen die technischen Werte des Objektivs, nicht aber, was die Kamera daraus macht. Die Warentester ermittelten den Zoomfaktor auf dem Prüfstand. Die Nikon Coolpix L120 ist – trotz der Übertreibung beim Zoomfaktor – eine gute Kamera. Preis: etwa 180 Euro.
Die stärksten Zooms im Test haben Fujifilm FinePix S4000 (etwa 200 Euro) und Olympus SP-810UZ (ca. 260 Euro). Zoomfaktor 25-fach (Messwert). Sie sind besonders stark im Tele. Beide Kameras empfehlen sich damit für Tierfotos und Safaris. Die Olympus ist ähnlich dick und schwer wie die Nikon L120, die Fujifilm ist sogar noch größer.
Radarschirm im Display
Klein und besonders stark im Weitwinkel ist die Fujifilm FinePix F600EXR. Sie punktet mit dem stärksten Weitwinkel im Test, ideal für Städtereisende. Mit dem Weitwinkel fängt sie alle Gebäude ein. Ob Campanile in Venedig, Louvre in Paris Tower Bridge in London oder Empire State Building in new York: Die FinePix F600 speichert Geodaten und zeigt Sehenswürdigkeiten auf einer Art Radarschirm im Display. Möglich wird das durch den eingebauten GPS-Empfänger für Satellitensignale. Den hat auch die Sony DSC-HX9V, die beste Zoomkamera für Urlaubsvideos. Mit Videotaste.
