DELMENHORST - Wer Demenzkranke zu Hause in der Familie pflegt, kommt leicht an den Rand der Erschöpfung. Die pflegenden Angehörigen durch ehrenamtliche Mitarbeiter zu unterstützen hat sich die Evangelische Seniorenhilfe Delmenhorst zum Ziel gesetzt. Dazu bildet die Seniorenhilfe jetzt schon zum vierten Mal ehrenamtliche Mitarbeiter aus, die in die Familien gehen, um den pflegenden Angehörigen von demenzkranken Menschen eine kleine Auszeit von einigen Stunden zu ermöglichen. An zwei Wochenenden im März und April sowie drei Einzelterminen geht es ums Krankheitsbild Demenz und die verschiedenen Möglichkeiten in der Begleitung damit umzugehen. Eine große Rolle spielt die Frage, wie und worüber mit dem dementen Menschen gesprochen werden kann.

Monika Zabel, Leiterin der Evangelischen Seniorenhilfe, hofft, die Nachbarschaftshilfe, die an vielen Stellen bereits vorhanden sei, durch die Schulung der Betreuer professionalisieren zu können. Die Schulung sei im Übrigen auch Voraussetzung für eine Anerkennung der Hilfe durch die Pflegekassen. „Die Kassen fördern die Atempause für pflegende Angehörige oft auch schon, wenn noch keine Einstufung in eine Pflegestufe vorliegt“, so Zabel.

Deswegen macht Zabel Angehörigen Mut, sich eine Atempause zu gönnen: Für ein Hobby, für den Konzertbesuch, für einen gemütlichen Einkaufsbummel oder ungestörte Besuche bei Freunden. Das Zusammenleben mit Dementen ist anstrengend und belastend, weiß Katharina Baehr, pflegende Angehörige, aus eigener Erfahrung: Man habe ständig das Gefühl, ein Tag dauere viel länger als 24 Stunden. „Sich mal für zwei, drei Stunden von einem ehrenamtlichen Helfer der Seniorenhilfe ablösen zu lassen, gibt Luft zum Durchatmen und Entspannen“, fügt Baehr hinzu. Die Teilnahmegebühr beträgt 60 Euro. Nähere Informationen sind unter Telefon  04221/963030 erhältlich.