Holdorf - Beim Grundwasserschutz lassen sich noch trotz schwieriger Rahmenbedingungen Erfolge erzielen. Das zeigt die Bilanz der Kooperation zwischen Landwirten und dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) für das Jahr 2016, die jetzt präsentiert wurde. „Im Wasserschutzgebiet ist der durchschnittliche Nitratwert im oberflächennahen Grundwasser von 87 Milligramm pro Liter in den 1990 Jahren auf nunmehr 34 Milligramm pro Liter gesunken. Die Höchstgrenze für Nitrat im Trinkwasser beträgt 50 Milligramm pro Liter“, teilte OOWV-Pressesprecher Gunnar Meister mit.
Die Werte stammen aus 51 Messstellen mit einer Tiefe von bis zu 20 Metern. „Das hervorragende Ergebnis macht Mut. Es zeigt, dass sich die gemeinsamen Anstrengungen mit den Landwirten im Wasserschutzgebiet lohnen. Aber wir sind noch nicht am Ziel“, betonte OOWV-Regionalleiter Kay Schönfeld und fügte hinzu: „Die Entwicklung der Werte bestätigt, was wir stets betonen: Die Probleme mit der Nitratbelastung des Grundwassers lassen sich nur gemeinsam mit der Landwirtschaft lösen.“ Der Erfolg beruhe auf einer Vielzahl von Maßnahmen und sei insbesondere ein Verdienst der Landwirte bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen.
An der fast dreistündigen Sitzung mit den Kooperationslandwirten waren auch Vertreter der Landwirtschaftskammer, des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), des Landvolks und des Landkreises Vechta beteiligt. Wie alle Wasserversorger, so muss auch der OOWV für die Wasserförderung in seinem Verbandsgebiet ein Entnahmeentgelt an das Land Niedersachsen abführen, teilte Gunnar Meister weiter mit. Diese Mittel dienten dem Ressourcenschutz. Der Rückfluss reiche jedoch auf Dauer nicht aus, um freiwillige und die Bewirtschaftung einschränkende Maßnahmen zu finanzieren, bemängelten laut Meister die Landwirte.
„Der OOWV überweist pro Jahr rund sechs Millionen Euro an das Land. Doch aus dem Topf fließen nur 2,29 Millionen Euro für die Arbeit der Kooperation zum Grundwasserschutz im gesamten Verbandsgebiet zurück“, erläuterte Meister. Rund 120 000 Euro entfielen davon auf Maßnahmen in Holdorf. „Auf den ersten Blick mag das nach einer stattlichen Summe klingen. Betrachtet man aber die Explosion der Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen, reichen die Mittel für Landwirte langfristig nicht aus, um an dem Erreichen anzuknüpfen“, so Kay Schönfeld weiter.
