Eversmeer - Glück hat die Familie Weinberg sicherlich gehabt, dass beim Brand ihres Einfamilienhauses an der Goldmoorerstraße in Eversmeer am 23. Februar kein Mensch und auch kein tierisches Familienmitglied zu Schaden kam. Doch das war es dann auch schon mit dem Glück, denn kurz darauf hat sich herausgestellt, dass die Familie vor einem Scherbenhaufen steht, obwohl es „nur“ im Obergeschoß gebrannt hat, und das Haus von außen nahezu unversehrt aussieht. Das Feuer und die Löscharbeiten haben die Familie fast alles verlieren lassen, was sie besessen hat, das gesamte Haus ist nicht mehr bewohnbar und muss kernsaniert werden. Das Problem: Dafür fehlt es an Mitteln, denn zum Brandzeitpunkt bestand keine gültige Gebäudeversicherung.
Nur ein Loch im Dach
Der Außenstehende mag es nicht glauben, wenn er das von außen fast unbeschädigte Haus an der Goldmoorstraße sieht. Die Vorderfront ist vor zwei Jahren ebenso saniert worden wie große Teile im Inneren des Gebäude. Nur ein abgedecktes, überschaubares Loch im Dach lässt vermuten, dass da etwas gewesen sein könnte.
Doch auch fast vier Wochen nach dem Feuer schlägt dem Besucher beim Öffnen der Tür ein beißender Brandgeruch entgegen, der ihm auch nach Stunden nicht aus der Nase geht, wenn er die Räumlichkeiten auch nur kurz betreten hat. Im Obergeschoss hat das Feuer im Zimmer des heute 14-jährigen Julian ganze Arbeit geleistet. Aber auch das angrenzende Zimmer seiner 16-jährigen Schwester Laura ist nur noch ein Müllhaufen. Im Untergeschoss sieht es auf den ersten Blick dagegen gar nicht so schlimm aus. Doch alles ist nass. Das Löschwasser ist quasi fast ungehindert durch die Holzdecke des älteren Hauses gedrungen – Wände und Böden sind durchnässt. Die Brandursache ließ sich nicht mehr ermitteln.
Welle der Hilfsbereitschaft
Bis auf die Grundmauern muss im Prinzip alles raus, das Haus von innen neu aufgebaut werden. Doch da beginnt das Riesenproblem der Familie, der nach dem Brand eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegengeschlagen ist. So hat Sohn Julian, der nach dem Brand quasi nur noch das besaß, was er am Körper trug, drei Tage später eine komplett neue Garderobe bekommen. Läden öffneten eigens für die Familie und es sind sogar noch nicht alle Gutscheine eingelöst. Auch hat die Familie schnell wieder ein Dach über dem Kopf gefunden, denn im Nachbarhaus wohnt Melanie Weinbergs Schwiegermutter Gisela Mühlenbrock, die ihre Räume sofort zur Verfügung gestellt hat.
Familie Weinberg hat den ersten Schock inzwischen überwunden, auch wenn Mutter Melanie seit dem Brand ein völlig neues Geruchsempfinden verspürt. Die Eltern Melanie und Frank gehen inzwischen wieder ihrer geregelten Arbeit nach und träumen mit ihren Kindern einen Traum, der wohl noch lang ein solcher bleiben dürfte: der Wiederaufbau des Hauses. Denn kurz nach dem Brand stellte sich heraus, dass wohl eine Hausratsversicherung, nicht aber eine Gebäudeversicherung bestand. Letztere hatte man vor zwei Jahren nach einem Schadensfall gekündigt und schlichtweg vergessen, eine neue abzuschließen.
Die Weinbergs geben ihren Traum aber nicht auf, schon wegen der Kinder, die sich derzeit ein Zimmer teilen müssen. Und das in einem pubertären Alter von 14 und 16 Jahren – da knallt es alle zwei Tage.
Wiederaufbau in Eigenleistung geplant
Dass der Wiederaufbau in Eigenleistung geschieht, ist klar. Das war bei der Renovierung vor zwei Jahren, welche die Ersparnisse aufgefressen hat, auch schon der Fall. Doch auch Baustoffe kosten Geld. Und daher hat Schwiegermutter Mühlenbrock die Idee gehabt, bei der Sparkasse LeerWittmund ein Spendenkonto für die Weinbergs einzurichten. Doch nicht nur Geldspenden helfen, auch Sachspenden für den Wiederaufbau sind gerne gesehen. „Jede Schachtel Schrauben hilft“, sagt der stellvertretende Eversmeerer Bürgermeister Thomas Freese und sichert zu, dass die Gemeinde im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch helfen will.
Spendenaufruf
Wer der Familie helfen möchte, kann sich direkt mit Melanie Weinberg (
