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Noch keine endgültige Entscheidung Baugebiet in Nenndorf steht vor dem Aus

Helmut Burmann

Nenndorf - Eigentlich wollte die Gemeinde Nenndorf an der Nenndorfer Straße ein rund 1,4 Hektar großes Baugebiet mit Platz für zehn bis zwölf Baugrundstücken ausweisen. Bürgermeister Erwin Niehuisen war sogar so optimistisch, dieses bereits im kommenden Jahr erschließen zu können. Doch die Nenndorfer Träume sind seit gestern vorerst geplatzt, denn bei Sondagearbeiten des Archäologischen Dienstes der Ostfriesischen Landschaft wurden Spuren von Siedlungstätigkeit aus dem frühen Mittelalter entdeckt. Diese Funde könnten die Nenndorfer Pläne verzögern, wenn nicht sogar verhindern

Grabungstechniker Axel Prussat zeigte Bürgermeister Erwin Niehuisen zwei Alternativen auf, die es in der Regel bei solchen Funden gibt: Entweder werden sie ausgegraben, was sehr zeitintensiv ist. Die Kosten müsste obendrein die Gemeinde tragen, wodurch die Baugrundstücke wiederum finanziell unattraktiv würden. Oder aber die Fläche wird (für spätere Generationen und modernere Forschungstechnik) versiegelt und wäre damit höchstens noch landwirtschaftlich nutzbar.

Ob es aber wirklich nur diese beiden Möglichkeiten gibt, darüber wird die Leiterin des Archäologischen Dienstes, Dr. Sonja König, entscheiden. Sie will sich vor Ort informieren beziehungsweise die Dokumentation ihres Mitarbeiters Axel Prussat auswerten und sehen, wie damit umzugehen ist. Dr. König betont, dass sie daran interessiert ist, für beide Seiten Lösungen zu finden. Und selbst wenn man auf Funde gestoßen sei, hieße das noch lange nicht, dass auch noch Strukturen vorhanden seien. Der Archäologische Dienst greift nämlich nur ein, wenn diese Strukturen bedroht sind.

Der Dienst prüft laut Axel Prussat mehr als 1000 Bauanträge im Jahr. Und sollte wirklich etwas Erhaltenswertes gefunden werden, kann es für den Eigentürmer nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Geld kosten. Dr. Sonja König rät daher dazu, die Landschaft schon hinzuzuziehen, bevor man ein Grundstück kauft.

Breitgefächertes Tätigkeitsfeld

Das Tätigkeitsfeld des Archäologischen Dienstes ist breit gefächert: Über denkmalpflegerische Stellungnahmen und Gutachten bis zu Bauleitplanungen und der Organisation und Durchführung von Rettungsgrabungen, befasst er sich mit den archäologischen Aufgaben und Fragestellungen der Region. Dazu gehören auch die wissenschaftliche Auswertung und Publikation von Grabungsergebnissen, gleichsam wie die Öffentlichkeitsarbeit. Mit seiner Homepage sowie durch Vorträge, Ausstellungen und Veranstaltungen in der Jugend- und Erwachsenenbildung, möchte der Archäologische Dienst über seine Arbeit, die Archäologie in Ostfriesland, informieren.

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