OLDENBURG - Vorweihnachtliche Präsente verteilten die Zweitliga-Handballer der HSG Varel im Derby gegen den OHV Aurich in der Oldenburger EWE-Arena. Die Gastgeber, die ersatzgeschwächt antraten, zeigten sich großzügig und luden durch unzählige Fehler den Gast aus Ostfriesland zu erfolgreichen Torabschlüssen ein. Der OHV nahm die Geschenke vor mehr als 1300 Zuschauern dankend an und setzte sich klar mit 34:22 durch.
Die Auricher hatten die Turbulenzen auf Grund der wirtschaftlichen Schieflage im Verein gut verdaut. Die Mannschaft um Jan-Philipp Willgerodt präsentierte sich als kompakte Einheit, die unbedingt gewinnen wollte. Ganz anders dagegen die Vareler, die mehr oder weniger emotionslos ihr Pensum abspulten und auf der ganzen Linie enttäuschten. Ohne Kampf und Einsatz hatte das Team von HSG-Trainer Peter Kalafut keine Chance gegen eine Auricher Mannschaft, die von der ersten bis zur letzten Minute hochmotiviert zur Sache ging. Die Ostfriesen lagen immer mit zwei oder drei Toren vorn. Beim Spielstand von 15:12 für die Mannschaft von OHV-Trainer Wolfgang Ladwig wurden die Seiten gewechselt.
Nach der Pause warteten die Fans der HSG vergeblich darauf, dass bei ihrer Mannschaft endlich der Knoten platzt. Doch es blieb alles nur Stückwerk. Die Gastgeber bäumten sich nicht gegen die drohende Niederlage auf. Varels Trainer Peter Kalafut sprach nach dem Ende von einer „Null-Bock-Einstellung“ seiner Mannschaft: „Wir haben den Gegner durch unsere schwache Leistung von Beginn an aufgebaut.“ Lediglich Christian Brecht habe sich bemüht: „Die gewohnten Leistungsträger haben gegen Aurich völlig versagt.“ Ganz andere Töne schlug Aurichs Trainer Wolfgang Ladwig an: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die sich nach den jüngsten Turbulenzen als verschworene Gemeinschaft präsentiert hat.“ Bei den Aurichern ragte Willgerodt nicht nur wegen seiner sechs Tore heraus. Er beeindruckte in der Defensive ebenso wie in der Offensive.
HSG Varel: Seefeldt (10 Paraden), Dannigkeit (1), Adami, Doormann, Brecht (6/3), Lammers (1), Köhler, Janßen, Kalafut (3), Králik, Blacha (6), Coors (3), Koring (2), Bötel (3/1).
