Hude - Mehr als eine Stunde lang stritt der Ausschuss für Gemeindeentwicklung am Mittwochnachmittag über die Umsetzung der „kleinen Lösung“ an der Kreuzung Vielstedter Straße (K 226)/Hohe Straße/Burgstraße. Nach mehreren Einzelabstimmungen im Zusammenhang mit der Vorentwurfsplanung war das Thema eigentlich schon abgehakt, da kam doch noch einmal der Leiter der Huder Polizeidienststelle zu Wort: „Jede Baumaßnahme ist besser als der jetzige Zustand“, betonte Wolfgang Gottschlich eindringlich. Den Bau eines separaten Tunnels für Radfahrer und Fußgänger werde er aber wohl nicht mehr vor seiner in zwei Jahren anstehenden Pensionierung erleben, ahnte der Polizeihauptkommissar.
Immerhin ging es am Mittwoch einen Schritt voran: SPD und Grüne stimmten der Vorentwurfsplanung zu, die neben dem eigentlichen Tunnel-Bauwerk auch den Ausbau der Burgstraße mit Linksabbiegespur sowie einen Geh- und Radweg für beide Richtungen auf der Südseite der Burgstraße vorsieht. Erst nach Planung der jetzt gewählten Ausbauvariante könnten konkrete Kosten ermittelt werden, so SPD-Ratsherr Ralf Schepker.
Die CDU befürchtet indes schon jetzt überbordende Kosten: „Man muss sich eingestehen, dass die kleine Lösung nicht so umgesetzt werden kann, wie es in der Bürgerbefragung zum Ausdruck gekommen ist“, meinte Christdemokrat Friedrich Schnabel. In Sachen Kostensteigerung sei der Bahnhofsvorplatz ein „Mahnmal“. Auch Erwin Kohlwey (FDP) hatte Sorge, dass es beim Durchstich „zu unliebsamen Überraschungen kommt“. Er lehnte ebenso wie drei der vier Christdemokraten im Ausschuss den Vorentwurf ab. „Die Planung sollte nicht weiterverfolgt werden. Der Landkreis sollte seinen Anteil an der Finanzierung lieber in die Sanierung der Vielstedter Straße stecken“, meinte Wilfried Siems (CDU). Grünen-Fraktionschefin Birte Wachtendorf warf der Union vor, letztlich weiter die in der Bürgerbefragung abgelehnte „große Lösung“ zu verfolgen.
Beim Antrag, dass der Rat abschließend über den Planungsentwurf entscheiden soll, unterstützten die Grünen hingegen CDU und FDP – gegen die Stimmen der SPD. Der Rat wird sich nun damit am 20. Juni befassen.
Einig war sich der Ausschuss darin, in der Planung den beidseitig befahrbaren Radweg auf der Burgstraße nicht nach dem E-Center enden zu lassen, sondern bis zum Vielstedter Kirchweg fortzuführen. Das war ganz im Sinne von Wolfgang Gottschlich: „Man muss bei der Planung“, so mahnte der Polizist, „immer die Akzeptanz der Verkehrsteilnehmer im Auge behalten.“
