Hude - Der Schutz des Baumbestands in der Gemeinde Hude muss nach Auffassung der Huder SPD-Fraktion in den nächsten Wochen politisch vorangetrieben werden. „Effektiven Baumschutz erreicht man nicht ohne ein rechtliches Instrument“, sagt SPD-Ratsherr Paul Konertz angesichts der jüngsten Beispiele, wo der Baumschutz im Zuge von Baumaßnahmen offenbar vergessen wurde und Wurzeln von alten, ortsbildprägenden Bäumen beschädigt wurden.
Oft negativ besetzt
Was an der Parkstraße dazu führte, dass Jahre später die alten Eichen zunächst gestutzt und demnächst auch ganz gefällt werden müssen (NWZ berichtete).
Man dürfe insbesondere auch die Möglichkeiten nicht außer Acht lassen, die eine Baumschutzsatzung biete. „Das Wort Baumschutzsatzung ist leider oft negativ besetzt, es gibt aber Beispiele von Kommunen, wo eine solche Baumschutzsatzung bereits erfolgreich existiert“, stellt Konertz in einer Pressemitteilung fest.
Bestes Beispiel sei die Stadt Delmenhorst. Sicherlich unterliege eine Baumschutzsatzung in Hude anderen Regelungstatbeständen, als dies in Stadtgebieten der Fall sei. Gleichwohl: Die im Rat vertretenen Parteien sollten gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, um eine für Hude optimale Baumschutzregelung zu finden, die laut Konertz „selbstverständlich die Bürger nicht zu weit einschränken darf“.
Es dürfe aber nicht bei bloßen Absichtserklärungen oder Versuchen bleiben, wie das in der Vergangenheit der Fall gewesen sei. Der Baumbestand in der Gemeinde Hude trage schließlich erheblich zur Prägung des Ortsbildes bei.
Schon vor zehn Jahren
Konertz bedauert, dass aus den richtigen Ansätzen, die es bereits im Jahr 2003 gegeben habe, nicht mehr geworden sei. Der SPD-Ratsherr erinnert daran, dass es schon vor zehn Jahren ein Verfahren zum Entwurf einer Satzung unter Beteiligung von Eigentümern, Fachbehörden und Naturschutzverbänden gegeben habe. Es habe jedoch keine Mehrheit im Rat gegeben. Das Verfahren sei deshalb 2005 eingestellt worden.
Auch im Jahr 2010 habe Bürgermeister Axel Jahnz keine Mehrheit für eine Satzung gesehen.
Es müsse dringend eine Wiederaufnahme eines solchen Verfahrens erfolgen. „Aus meiner Sicht sollte eine Baumschutzsatzung für bestimmte ortsbildprägende Straßen in der Gemeinde erarbeitet werden. Natürlich darf eine Baumschutzsatzung nicht so weit gehen, dass jeder Landwirt, der einen Baum ab bestimmter Größe fällen will, vorher zur Gemeinde rennen muss, um sich eine Erlaubnis zu holen. Es darf kein bürokratisches Konstrukt geschaffen werden, dass am konkreten Zweck vorbeigeht. Dafür gibt es in der Huder Bevölkerung zurecht keine Akzeptanz“, meint Konertz.
Ein effektiver Baumschutz sei eine Vision der nahen Zukunft, wobei die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen sollte. „Ganz genau zu gucken“ bei geplanten Bauvorhaben, beteiligten Baufirmen ganz konkret deutlich machen, dass sie bestimmte Bäume auf jeden Fall erhalten müssen – das müsse doch möglich sein, so Konertz.
