Hude - Drei parteilose und unabhängige Bewerber gibt es für das Amt des Bürgermeisters in Hude: Holger Lebedinzew, Frank Müller und Uta Rose. Am Sonntag, 25. Mai, sind die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, darüber abzustimmen, wem sie das verantwortungsvolle Amt zutrauen.

In den Wochen bis zur Wahl wird die NWZ  in dieser Serie Fragen an die Kandidaten richten. Die Antworten werden für den direkten Vergleich gegenübergestellt. Die Frage heute lautet: Wie stehen Sie zum Natur- und Baumschutz in der Gemeinde?

Leserinnen und Leser, die Fragen an die Kandidaten haben, können diese per Mail an die Redaktion senden (red.hude@nordwest-zeitung.de). Oder auch schreiben an: NWZ -Redaktion Hude, Parkstraße 19, 27798 Hude (Fax: 0 44 08/9988 2729.).

Die Redaktion wird Fragen auswählen und sie zur Beantwortung an die Kandidaten geben. Gesammelt werden weitere Fragen auch für das NWZ -Wahlforum am Montag, 12. Mai, ab 19.30 Uhr im Vielstedter Bauernhauses. Hier haben Wählerinnen und Wähler die Möglichkeit, den Bewerbern noch einmal direkt auf den Zahn zu fühlen.

Holger Lebedinzew: „Hude als Erholungsort lebt nicht zuletzt von seiner schönen Einbettung in die den Ort umgebende Natur und Landschaft. Dies gilt es zu erhalten.

Es wird jedoch immer wieder Situationen geben, in denen im Sinne des Allgemeinwohls auch Eingriffe in die Natur erforderlich werden. Damit dies jedoch nicht willkürlich geschieht, ist aus meiner Sicht der Erlass einer Baumschutzsatzung durchaus gerechtfertigt.

Damit soll niemand seiner Gestaltungsmöglichkeiten auf eigenem Grundstück beraubt werden, aber es sollte eine Abwägung über mögliche Maßnahmen stattfinden.

Erfahrungsgemäß ist eine Baumschutzsatzung nicht für das ganze Gemeindegebiet zu erlassen, sondern insbesondere der besonders zu schützende Ortskern sollte hiervon profitieren.

Natur- und Landschaftsschutz einerseits sowie Siedlungsentwicklung andererseits sind zwei Seiten einer Medaille, die Menschen werden sie beide benötigen, deshalb setzte ich mich für tragfähige Kompromisse ein.“

Uta Rose: „Hude ist eine grüne Gemeinde. Die Kombination aus guter Infrastruktur und natürlichem Flair ist ein ganz entscheidender Vorteil, den viele zu schätzen wissen. Das, was die Gemeinde zum Erhalt des grünen Ortsbildes beitragen kann, werde ich mit voller Kraft unterstützen. Ob eine Baumschutzsatzung oder ein Grünerhaltungsplan hilfreich sein kann, gilt es dabei in Ruhe mit verschiedenen Meinungsträgern zu diskutieren. Eine solche Satzung müsste aber auch Ausnahmen regeln, z.B. wenn Bäume aus Sicherheitsgründen oder zum Bereitstellen von Bauflächen gefällt werden müssen. Auch gilt es dabei zu beachten, dass die Bedürfnisse innerorts und in den umliegenden Ortschaften sehr unterschiedlich sind.

Vielleicht hilft aber auch schon eine beratende Stabstelle, um die vielen Fragen, die mit dem Fällen von Bäumen verbunden sind, souverän und verbindlich zu beantworten. Eine solche Stelle möchte ich einrichten. Wichtig ist, dass jeder für das Thema Naturschutz sensibilisiert ist, denn der Naturschutz geht uns alle an, und attraktives Wohnen verlangt ausreichendes Grün. Wenn alle an einem Strang ziehen, können wir sicher auch ohne eine solche Satzung auskommen.“

Frank Müller: „Nachdem in der Parkstraße gleich mehrere Eichen gefällt werden mussten, wird wieder vermehrt über eine Baumschutzsatzung diskutiert.

Das Fällen der Eichen hätte die Gemeinde durchaus verhindern können, wenn das in unmittelbarer Nähe neu errichtete Gebäude in einer größeren Entfernung zu den Eichen gebaut worden wäre.

Hude ist eine grüne Gemeinde und das, obgleich es keine Baumschutzsatzung gibt. Ich finde, dass die Bürger sehr wohl verantwortungsbewusst und achtsam mit der Natur umgehen. Es sollte den Hudern selber überlassen werden, wo aufgeforstet und wo ein Baum gefällt werden muss.

Auf einer Jahreshauptversammlung eines Huder Vereins machten kürzlich einige Bürger ihrem Unmut Luft. Sollte die Gemeinde dieses Regelwerk einführen und die Verantwortung aus den Händen der Huder nehmen, so würden schon vor in Kraft treten viele Bäume schnell gefällt oder gar keine Bäume mehr gepflanzt werden. Das kann nicht im Sinne von Hude sein! Alte und erhaltenswerte Bäume sind ohnehin gesichert und können nicht ohne Genehmigung der Kommune gefällt werden.“

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude