Hude - Pädagogische Fragen, wirtschaftliche Probleme, Missbrauch, Suchtprobleme in der Familie – mit diesen und weiteren Anliegen können sich Eltern an die Beratungserzieherinnen Carola Lippstreuer (Kindergarten Gänseblümchen), Andrea Wesemann (Regenbogeninsel), und Petra Ahrens (St. Marien) wenden. Noch. Das Angebot läuft zum 30. November aus.

Eltern aus dem Kindergarten Gänseblümchen können diese Entscheidung nicht fassen: „Es verwundert, dass unsere Politiker nun scheinbar bereit sind, diese wichtige Stelle aufzugeben, obwohl die Beratung einen enorm großen Zulauf hatte und vielen Eltern sowie Kindern geholfen werden konnte“, ärgert sich Britta Klefer, „diese Beratung war nicht nur anonym und kostenlos, sie war vor allem nahe am Geschehen.“ Eltern, Lehrer und Erzieherinnen hätten die Beratung von Lippstreuer in zwei Jahren rund 70 Mal in Anspruch genommen.

Das Projekt „Beratungserzieherinnen“ läuft seit 2011 in der Gemeinde Hude in Zusammenarbeit mit dem Landkreis und unterstützt vom Landesprogramm Familienförderung. Die Beraterinnen haben dafür jeweils fünf Wochenstunden zur Verfügung.

Uwe Schubert, Fachbereichsleiter der Gemeinde, bestätigt das Aus für das Projekt, es gebe nicht genug Nachfrage – gleichzeitig kündigt er ein neues an: Ab Januar 2015 soll „Café Kinderwagen“ im Kulturhof starten. „Eltern mit kleinen Kindern erhalten im Café Kinderwagen in einer zwanglosen Atmosphäre Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen. Sie finden untereinander Antworten auf ihre Fragen, egal, ob es um Säuglingsernährung, Körperpflege, gesundheitliche Aspekte oder Probleme im Umgang mit dem Baby geht. Zusätzlich können sie den Austausch mit einer Hebamme und Erzieherin nutzen“, wird das Angebot vom Landkreis beschrieben.

Die drei Huder Beratungserzieherinnen werden nicht involviert. Der Landkreis setzt eine Familienhebamme sowie eine sozialpädagogische Fachkraft mit je drei Wochenstunden ein. Das Café soll an einem Vormittag in der Woche öffnen.

Schubert hat die Beratungserzieherinnen gebeten, eine Evaluation zu erstellen, um Aspekte ihrer Arbeit in das Projekt „Café Kinderwagen“ zu integrieren. Andrea Wesemann hat dafür eine Umfrage unter den Eltern gestartet. Das Ergebnis bestätigt den Wunsch nach einem Fortbestand des Projektes „Beratungserzieherinnen“: „Die Eltern wünschen sich eine Vertrauensperson, die da ist und das Kind schon kennt“, betont Wesemann.

Am kommenden Montag soll im Ausschuss für Jugend, Sport, Soziales und Sicherheit ab 17 Uhr im Rathaus von der Arbeit der Beratungserzieherinnen berichtet werden, teilt Schubert mit.