Hude - Der Tag der Bürgermeisterwahl in Hude naht: Die drei parteilosen und unabhängigen Bewerber Holger Lebedinzew, Frank Müller und Uta Rose werden sich knapp zwei Wochen vor dem Wahltermin den Fragen der Wählerinnen und Wähler auf der großen NWZ -Podiumsdiskussion im Vielstedter Bauernhaus stellen. Das öffentliche Wahlforum beginnt am Montag, 12. Mai, um 19.30 Uhr.

Im Vorfeld hat die NWZ -Redaktion schon einige Fragen an die Kandidaten gestellt, die sie in einer Serie beantworten. Die Frage heute lautet: Welchen Stellenwert haben für Sie Wirtschafts- und Tourismusförderung?

Leserinnen und Leser, die Fragen an die Kandidaten haben, können diese per Mail an die Redaktion in Hude, Parkstraße 19, senden (red.hude@nordwest-zeitung.de).

Holger Lebedinzew: Wirtschaftsförderung ist Chefsache!

Mit über fünf Jahren Erfahrung als Leiter der Wirtschafts- und Tourismusförderung im Landkreis Osterholz bin ich für die Geschäftsleute ein kompetenter Ansprechpartner.

Deshalb wird der Fachbereich Wirtschaftsförderung wie bisher als Stabstelle direkt beim Bürgermeister angebunden sein.

Die Bestandspflege der bestehenden Betriebe ist mir ein besonderes Anliegen. Sie sichern viele Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region, deshalb halte ich es für wichtig, regelmäßig den Kontakt zu den Unternehmen zu suchen. Das gut geknüpfte Netzwerk der verschiedenen Behörden wird bei Genehmigungsfragen genauso wie bei Anfragen über betriebliche Fördermöglichkeiten helfen, den Unternehmern unkompliziert Hilfestellung zu leisten.

Im Bereich des Tourismus setzte ich mich für verstärkte Kooperationen mit den Nachbargemeinden ein und möchte zusammen mit den Leistungsträgern weitere Angebote entwickeln.

Uta Rose: Um die Aufgaben der Gemeinde auf hohem Niveau weiterzuführen, sind steigende Einnahmen bedeutsam. Daher ist die Wirtschaftsförderung eines der wichtigsten strategischen Themen. Wichtig ist aber nicht nur Quantität, sondern auch Qualität. Neuansiedlungen sollten die bestehende Wirtschaftsstruktur ergänzen. Auch auf eine behutsame Integration in das Ortsbild ist zu achten. Die existierenden Gewerbegebiete an den Gemeinderändern gilt es entsprechend ihrer strategisch guten Lage an den Autobahnen weiter zu entwickeln.

Hude als Tourismusstandort hat schon heute einiges zu bieten. Gerade Familien und Senioren nutzen die Bandbreite an Erlebnismöglichkeiten. Dennoch gibt es auch hier „Luft nach oben“. Gerade wenn man bedenkt, dass durch den Tourismus auch Arbeitsplätze entstehen, liegt hier ein großes Entwicklungspotenzial. Mit 60 Übernachtungen pro Tag bei nur 5 großen Huder Anbietern scheint hier, auch und gerade im Vergleich zu Nachbargemeinden, noch mehr möglich zu sein. Profitieren könnten auch landwirtschaftliche Betriebe, die sich neben gastronomischen Angeboten mit Erlebnisurlauben insbesondere für Stadtkinder als attraktives Urlaubsziel positionieren.

Frank Müller: In der Gemeinde Hude fehlen seit vielen Jahren geeignete Gewerbegebiete, so dass die Gefahr des Ausweichens von Betrieben in unsere Nachbargemeinden besteht. Hude würde dadurch Arbeitsplätze und wichtige Steuereinnahmen verlieren.

Dieses Anliegen steht bei mir an 1. Stelle.

Ich möchte Hude gemeinsam mit dem Gewerbe- und Verkehrsverein, den Mitarbeitern im Huder Rathaus und dem Gemeinderat für den Mittelstand noch attraktiver machen.

Auch gilt es, den Bereich Tourismus mit allen Beteiligten zu stärken. Die geografische Lage von Hude ist ein großer Vorteil.

Die gesetzten Schwerpunkte der Touristik-Palette mit Kultur sowie Natur sind richtig. Hier gilt es, die Marketingprojekte/Programme zu den Themen Moor, Marsch, Geest sowie die bisherigen thematischen Radtouren zu unterstützen und auszubauen.

Im Vergleich zu unseren Nachbargemeinden Hatten (749), Ganderkesee (502) fällt die Zahl der Übernachtungen aufgrund mangelnder Übernachtungskapazitäten in der Gemeinde Hude (207) zu gering aus. Aus meiner Sicht hat Hude viel mehr Potenzial, das genutzt werden sollte.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude