HUDE - Der Künstler stellt seine Bilder erstmals öffentlich aus. Der Erlös aus dem Verkauf kommt dem Krankenhaus in Salcininkai zu Gute.

Von Matthias Kosubek

HUDE - Schon als Kind habe er davon geträumt, Maler zu werden, berichtete gestern Abend im Huder Rathaus Zbignew Siemienowicz. Seine Mutter habe ihm jedoch geraten, „etwas Anständiges“ zu lernen. So sei er Chirurg und Leiter des Krankenhauses im litauischen Salcininkai (Soleczniki) geworden. Die Liebe zur Malerei sei jedoch geblieben. Neben seinem Arztberuf malte er zahlreiche Bilder, von denen seit gestern Abend 20 im Rathaus zu sehen (und zu kaufen) sind: vor allem Landschaften und Stadtansichten seiner Heimat. Der Erlös aus dem Verkauf der Gemälde soll „seiner“ Klinik zu Gute kommen, deren Leitung er vor eineinhalb Jahren übernommen hat und die sich, wie er zugab, in einem nicht sehr guten Zustand befindet.

Uwe Schubert, Vorsitzender des Vereins „Kinderaugen“, berichtete, wie eine Huder Delegation im Oktober vergangenen Jahres über die polnische Partnerstadt Nowe Miasto Lubawskie, die wiederum mit dem überwiegend von Polnischstämmigen bewohnten Salcininkai partnerschaftlich verbunden ist, in die kleine Stadt an der Grenze zu Weißrussland gekommen ist und dort das Krankenhaus besucht hat. Seither stand fest, dass mit Sach- und Geldspenden geholfen werden soll.

Der Besuch der fünfköpfigen litauischen Delegation (die NWZ berichtete) führte gestern zunächst in die städtischen Kliniken Oldenburg, wo die Gäste vier gut erhaltene Kinderbetten geschenkt bekamen. Außerdem wurde in der Peter Ustinov-Schule über eine mögliche Zusammenarbeit im Rahmen des Comenius-Projektes gesprochen. Heute steht ein Besuch in der Delmenhorster Kinderklinik auf dem Programm.

Siemienowicz machte deutlich, dass man in seiner Heimatstadt sehr an einer Zusammenarbeit in allen Bereichen interessiert sei. Hudes stellvertretender Bürgermeister Peter Zwiener wies darauf hin, dass im Huder Rathaus schon viele Künstler der Region, aber auch aus den europäischen Partnergemeinden ausgestellt hätten und zeigte sich besonders darüber erfreut, dass Siemienowicz‘ erste öffentliche Ausstellung gerade in Hude stattfindet.

Noch bis zum 22. April sind die Bilder während der Öffnungszeiten im Foyer des Rathauses zu sehen. Zwei Bilder wurden bereits gestern Abend verkauft. Zwischen 70 und 350 Euro muss anlegen, wer ein Gemälde des malenden Chirurgen erwerben möchte. Dazu liegen grüne Zettel aus, die im Bürgerservice-Büro oder bei Schubert abgegeben werden können.