HUDE - Seit Juli 2002 sind Hude und das italienische Fiume Veneto Partnergemeinden. Auch im Jubiläumsjahr stehen wieder zahlreiche Projekte auf dem Programm.
Von Kristian klooß
Bürgermeister Axel Jahnz bezeichnet das Fiumettopoli-Fest als „einen der Höhepunkte dieses Jahres“. Denn dort, im italienischen Fiume Veneto, soll das Fest zum fünfjährigen Bestehen der Gemeindepartnerschaft gefeiert werden, die 2002 von Bürgermeister Lorenzo Cella und eben Axel Jahnz offiziell besiegelt wurde. „Am schönsten wäre es, wenn dort die für unsere Gemeinde beim Europarat beantragte Europaflagge übergeben werden könnte“, sagt Jahnz. „Denn verdient“, fügt er hinzu, „hätten wir die für unser Engagement allemal.“
Dass die Partnerschaft mit Fiume Veneto eigentlich schon viel länger existiert, fällt dabei fast unter den Tisch. Denn inoffiziell müsste in diesem Jahr schon das zehnjährige Jubiläum gefeiert werden. Alles habe mit einer Wette begonnen, erinnert sich der Besitzer des Café Italia, Tano Bertoldo: „Damals habe ich mit dem Fußballtrainer der Herrenmannschaft des ASC Fiume Veneto gewettet. Die Frage war, wer spielt besser Fußball. Sein Team oder der FC Hude. Ich habe ihm immer gesagt, Hude spielt besser! Er sagte dann: Nein, wir spielen besser!“, erinnert sich der Café-Inhaber.
Mit dieser Meinungsverschiedenheit begann also der sportlich-kulturelle Austausch zwischen dem deutschen Hude und dem italienischen Fiume Veneto. Schon im Sommer 1997 besuchte das erste Herrenteam aus Italien die Gemeinde, um hier gegen die Deutschen zu spielen. Im Jahr darauf waren es die Kicker des FC Hude, die sich über die Alpen ins sonnige Italien aufmachten, um dort fußballerisch auf sich aufmerksam zu machen.
Schon in diesem zweiten Jahr war der Austausch nicht mehr nur auf die Fußballvereine begrenzt. So fand zum Beispiel ein Jahr nach dem „ersten Kontakt“ die Mini-Olympiade statt. Zeltlager wurden gemeinsam abgehalten, Chöre aus Deutschland und Italien besuchten sich und sangen für die Bürger ihrer Partnergemeinde. Auch Maler und Bildhauer beider Seiten hinterließen ihre Spuren in Hude und Fiume Veneto.
Vor allem die Mini-Olympiade war es, die sich bald neben dem Fußballaustausch über die Alpen hinweg etablierte. 2002 zum Beispiel fanden die verschiedenen sportlichen Wettkämpfe und Spiele in Fiume Veneto statt – unter Beteiligung der Huder Partnerkommunen Kröpelin (Mecklenburg-Vorpommern), Arnage (Frankreich) und Nowe Miasto (Polen) sowie Simitz (Österreich). Im Mittelpunkt stand dabei nicht der Siegesgedanke, sondern das gegenseitige Kennenlernen.
Mit von der Partie war im Jahr 2002 auch die Ehefrau Tano Bertoldos, Tina Bertoldo. Ein wenig übersetzend, ein bisschen organisierend, hatte sie zum Gelingen der Veranstaltungen beigetragen. Doch den wichtigsten Beitrag für die Partnerschaft zwischen Hude und Fiume Veneto leistete sie ausgerechnet auf der Heimreise. „Bei der Rückfahrt habe ich darüber nachgedacht, dass bis dahin nur Männer und Kinder an dem Austausch beteiligt gewesen waren. Und da habe ich mir gesagt, da fehlen doch die Frauen“, erinnert sie sich. „Die Mamas“, fügt sie lachend hinzu.
Wieder daheim in Hude begann Tina Bertoldo damit, anderen Frauen von ihrer Idee zu erzählen. Ein kleines Plakat an der Tür ihres Eiscafés und vor allem Mund-zu-Mund-Propaganda taten ihr Übriges. „Ein Jahr später sind wir mit 42 Frauen nach Fiume Veneto gefahren“, sagt die Italienerin. Dort habe man nicht nur die Gemeinde bereist, sondern auch das reizvolle Umland – wobei Venedig nicht fehlen durfte. Zweimal sind die Huderinnen bislang nach Italien gereist, im September ist die dritte Fahrt geplant. Zweimal haben die Italienerinnen im Gegenzug Hude besucht. „Dabei haben sich schon viele Bekanntschaften ergeben“, sagt Tina Bertoldo. „Einige Huder Frauen besuchen inzwischen sogar Italienischkurse an der VHS.“
Kirchen und Mühlen sind besonders sehenswert
