HUDE -
von Reiner Kramer
HUDE - Die Geschichte erinnert an „Sideways“, den preisgekrönten Film von Alexander Payne. Auf der Reise durch hervorragende Weinlagen, diesmal in Europa, macht der junge Australier einen Abstecher ins Oldenburger Land. Nicht, weil hier besonders guter Wein angebaut wird. Die Gemeinde Hude ist der Grund: Der Ort trägt den gleichen Namen wie der Weinhändler selbst.„Wein getrunken haben wir aber auch“, sagt Michael Hobbie schmunzelnd. Bei ihm war Philipp Hude für 36 Stunden zu Gast. Der Kontakt kam eher zufällig zustande.
Auf der Suche nach ihren Ahnen stieß Mrs. Hude, die Mutter von Phillip, auf eine Seite über den Ort Hude im Oldenburger Land. Von der Neugier getrieben, fand Phillip Hude über genealogische Suchseiten im Internet die E-Mail-Adresse des Huder Ahnenforschers Hobbie heraus und setzte sich mit ihm in Verbindung, um einen Besuch für den nächsten Euro-Trip zu vereinbaren. Der kam allerdings nicht zustande, weil Philipps damalige Freundin das Eurodisney in Paris der Oldenburger Gemeinde den Vorzug gab. Das war vor fünf Jahren. Der zweite Versuch hat nunmehr geklappt.
Hasbruch, Planetenlehrpfad, Parkstraße, Waldschwimmbad, Marienhude – nicht sollte fehlen auf der Sightseeing-Tour durch den Ort, inklusive zahlreicher Devotionalien. Denn auf die hatte es der Australier besonders abgesehen. In seinem Heim in Melbourne stehen nun Bücher über Hude, Postkarten und sogar ein Becher vom Weihnachtsmarkt „Wintertraum“. Schon am folgenden Tag ging die Reise weiter in den Elsaß, zur Weinprobe.
Eine Weinreise haben sie noch nicht ausgemacht. In regelmäßigem Kontakt wollen sie aber bleiben, auch die Einladung nach Australien steht. Ahnen wird der Hobbyforscher Hobbie dort nicht finden, wie er sagt: „Meine Vorfahren kann ich bis ins sechste Jahrhundert nachvollziehen. Da war Australien noch auf keiner Landkarte verzeichnet.“
