HUDE - HUDE/RED - Ein Container als Kinderkrippe: Diese Empfehlung hat der Sozialausschuss der Gemeinde Hude in seiner Sitzung am Montagabend im Rathaus abgegeben. Laut einstimmigem Votum des Ausschusses soll beim Kindergarten Wüsting zum 1. August eine Krippe mit 15 Plätzen entstehen. Diese soll in einem speziellen Container mit kindgerechter Ausstattung untergebracht werden. Ob dieser Container gemietet oder gekauft wird (eventuell auch per Mietkauf), muss der Rat nun entscheiden.
Die Schaffung von Krippenplätzen in Wüsting per 1. August hatte die CDU als Antrag eingereicht. Gemeinde-Fachbereichsleiter Uwe Schubert machte aber schnell deutlich, dass ein An- oder Neubau in Massivbauweise innerhalb dieser Zeit nicht zu realisieren sei – man sich also entweder für einen späteren Termin oder für eine Lösung mit einem Container entscheiden müsse. Die SPD sprach sich schließlich für einen Container aus, womit sich die CDU und die anderen Fraktionen anfreunden konnten.
Die Entscheidung fiel für Wüsting, weil dort von Elternvertretern bereits weit fortgeschrittene Erhebungen vorgenommen worden waren. Bürgermeister Axel Jahnz wies allerdings darauf hin, dass es auch im Kernort sicherlich einen solchen Bedarf gebe.
Schubert erläuterte, dass eine Aufstockung des bestehenden Gebäudes in Wüsting laut Schätzungen mit etwa 274 000 Euro zu Buche schlagen würde, ein Ausbau mit etwa 235 000 Euro. Das Mieten eines Containers würde etwa 1100 Euro pro Monat kosten. Thorsten Thümler (CDU) meinte, dass eine Container-Lösung auf Dauer teurer werde. Indes: Außer Zuschüssen des Landkreises sind keine weiteren Zuschüsse von Land oder Bund vorgesehen. Wenn man jetzt baue, so Jahnz, müsse man dies also größtenteils alleine stemmen, denn nachträglich werde es keine Zuschüsse geben (siehe auch Kompakt).
Außerdem hat der Ausschuss empfohlen, dass nichtsdestotrotz Antragsunterlagen für mögliche (zukünftige) Fördermittel vorbereitet werden sollen – für den Fall der Einrichtung weiterer Krippen in der Gemeinde Hude bzw. für den Fall, dass der Wüstinger Container dereinst durch einen Massivbau ersetzt werden soll.
Zudem sollen frei werdende Kapazitäten in den kommunalen Kindergärten zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren eingesetzt werden. Mit den freien Trägern (etwa Kirchen) sollen Verhandlungen aufgenommen werden, im Rahmen derer Kapazitäten ebenfalls Krippenplätze einzurichten.
Gerti Essing vom Jugendamt des Landkreises teilte mit, dass die Wüstinger Krippe erst die dritte im Landkreis wäre. Zwei mit insgesamt 60 Plätzen gebe es bislang in Wildeshausen, was einer „sehr überschaubaren“ Versorgungsquote von zirka einem Prozent entspreche.
Über die Empfehlung des Ausschusses beschließt am morgigen Donnerstag (17 Uhr, Rathaus) der Rat. Das Thema wurde kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt.
