HUDE - HUDE/SO - Das Dilemma ist seit vielen Jahren bekannt: Das Bauen im Außenbereich stößt auf große Schwierigkeiten – selbst im Falle von Kindern, die auf dem elterlichen Grundstück ein Haus errichten wollen. Die Gemeinde Hude hat nun eine städtebauliche Leitlinie entwickelt, die als Kriterium für die Ausweisung von Bauen im Außenbereich gelten soll. Die Leitlinie, der der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt am Mittwoch mehrheitlich zugestimmt hat, beinhaltet folgende Aussagen:
Im ländlichen Raum sollen für Familienangehörige der dort ansässigen Bevölkerung geschaffen werden;
Voraussetzung für die Entwicklung von Bauland ist das Vorhandensein gewisser gewachsener Strukturen, die eine Ortsteilqualität ausmachen;
Eine Baulandentwicklung im Außenbereich ist nur unter Berücksichtigung der Belange der Landwirtschaft sowie (auf Antrag von Grünen-Ratsfrau Birte Wachtendorf) auch der Natur und Umwelt möglich.
„Das ist ein erster Schritt, um das Ausbluten und Veröden der Bauerschaften zu verhindern“, lobte Ulrike Janz-Janzen (SPD). Die Leitlinie gebe Raum für detailgenaue Entscheidungen.
Den Anstoß zur Entwicklung der Leitlinie war im vergangenen Jahr aus der Bauerschaft Lintel heraus gekommen. Ratsherr Jörg Kreusel hielt es indes „für gefährlich“, am Beispiel Lintel Aussagen für die gesamte Gemeinde zu treffen. Er verwies ebenso wie Christdemokrat Peter Linnemann darauf, dass sich drei Bereiche – Vielstedt, Nordenholz und Nordenholzermoor – zurzeit im Rahmen der Dorferneuerung in einem „Findungsprozess“ befinden. Daher sei es für eine „grundsätzliche Entscheidung zu früh.“ Linnemann beantragte erfolglos, erst einmal abzuwarten, wie sich in den drei Bauerschaften die Workshops zur Dorferneuerung entwickeln. Rolf Schote (FDP) verwies darauf, dass die Linteler Initiative seit Frühjahr 2006 vorliege: „Wir müssen da jetzt mal vorangekommen.“ CDU-Ratsherr Wilfried Siems, der den Beschlussvorschlag ablehnte, warnte davor, „in jedem Dorf Begehrlichkeit zu wecken.“
