HUDE - Nach der Veröffentlichung des Obduktionsberichts ist der Tathergang des Familiendramas in Hude (Kreis Oldenburg) weitgehend aufgeklärt. Demnach hat der 53-jährige Helge S. seine Frau und seine beiden Kinder mit Bettdecken oder Kissen erstickt. Der Oldenburger Staatsanwalt Dr. Rainer du Mesnil de Rochemont sagte am Montag: Wir gehen davon aus, dass es eine Spontantat aus Verzweiflung war. Die genaue Todesabfolge konnte aufgrund des des Verwesungszustandes der am vergangenen Mittwoch entdeckten Leichen nicht mehr festgestellt werden.
Helge S. sei nach einem Unfall zwei Jahre lang arbeitslos gewesen und habe unter Depressionen gelitten, sagte de Rochemont. Die Tat im Wohnhaus an der Alma-Rogge-Straße soll S. am Vormittag des Ostermontags begangen haben. Einige Stunden später nahm er sich an einem nahe gelegenen Baggersee das Leben. Die Obduktion ergab, dass er ertrunken ist. Ein Fremdverschulden werde ausgeschlossen, sagte de Rochemont.
Helge S. hatte mit seiner Frau Heike (51) noch am Sonntagabend ein Osterfeuer in Hude besucht. Zuletzt wurde er am Mittag des Ostermontags gesehen, als er mit seinem Auto vom Hof fuhr. Der 22 Jahre alte Sohn Dennis und die 17-jährige Tochter Sabrina sollen am Sonntag bis in die Morgenstunden bei einer Party gewesen sein.
Da im Haus keine Kampfspuren gefunden wurden, wird zurzeit geprüft, ob der Mann seine Familie mit Medikamenten wehrlos gemacht hat. Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen liegen aber erst Anfang Mai vor.
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