HUDE - Wenn die Gemeinde durch die Ausweisung von Wohnbauland oder die Schaffung von Gewerbeflächen Eingriffe in die Natur vornimmt, muss Ausgleich geschaffen werden. Einen größeren Stellenwert könnte dabei in Zukunft die Aufwertung von Privatwaldflächen bekommen. Hubert Brüning von der Bezirksförsterei Hatten stellte dazu jetzt im Huder Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt ein Konzept vor, das in Zusammenarbeit mit dem Landvolk entwickelt worden ist.
Konkret geht es dabei um eine 2,88 Hektar große Fläche, die südlich des Brookweges direkt am Hasbruch liegt. Sie ist eine von drei Privatflächen im Zuständigkeitsbereich der Bezirksförsterei, die sich für eine Aufwertung eignet. Angedacht ist, den Fichtenbestand durch Stileichen und Hainbuchen zu ersetzen, im mittleren Bereich Sträucher anzupflanzen und eine Wildwiese mit Feuchtbiotop anzulegen. So könnte der von einem Fachplaner ermittelte ökologische Wert des Areals um 50 000 Punkte gesteigert werden.
Die Federführung liege dabei in Händen der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG), die mit dem Privatwaldbesitzer einen Vertrag über 20 Jahre abschließe, informierte Brüning. „Die Kommune zahlt einmal und hat dann nichts mehr damit zu tun“, so der Bezirksförster. Sie trete ihre Ausgleichsverpflichtungen an die FBG ab, die als Vertragspartner der Naturschutzbehörde fungiere. Wie viel die Gemeinde für die Fläche am Hasbruch zahlen müsse, sei Verhandlungssache. Den Anstoß zur ökologischen Waldaufwertung hat die Landwirtschaft gegeben. „Wenn für Kompensationsmaßnahmen keine zusätzlichen Flächen benötigt werden, wird Druck aus dem ohnehin angespannten Flächenmarkt genommen“, erläuterte Brüning.
Im Ausschuss traf das Konzept auf großes Wohlwollen: „Ich halte das für eine gute Alternative“, sagte Bürgermeister Axel Jahnz. „Wir empfehlen den Fraktionen, das auf den Weg zu bringen.“ SPD, FDP und CDU äußerten Zustimmung. „Das kann ein Baustein sein“, sagte SPD-Ratsherr Hermann Dunkler-Gronwald. „Vorbehaltlose Unterstützung“ signalisierte Helmut Braun als Vertreter der Landvolkverbände: „Das kann eine große Erfolgsgeschichte werden.“
Ein Beispiel für die Ausgleichsberechnungen: Das im neuen Flächennutzungsplan enthaltene Wohnbaugebiet „Östlich der Wilhelmstraße“ (4,63 Hektar) ist mit 50 117 Werteinheiten angesetzt. Würden in der Gemeinde alle Wohn- und Gewerbeflächen realisiert, müsste Ausgleich in der Größenordnung von 971 034 Werteinheiten geschaffen werden.
