HUDE - Die CDU sieht noch Handlungsbedarf. Die „Lokomotive“ müsse endlich in Gang gebracht werden, forderte Marlies Pape (FDP).

Von Matthias Kosubek

HUDE - Als eine „schwere Geburt“ erwies sich am Donnerstagabend im Saal des Huder Rathauses das Huder „Leitbild“. Die 30 „Geburtshelfer“ des Gemeinderates stritten sich, auf welche Weise das „Kind“ zur Welt gebracht werden sollte beziehungsweise wie sie das von der Regio-Volkshochschule zusammen mit Huder Bürgern zwischen September und Dezember 2005 in sechs Workshops entwickelte Papier „zur Kenntnis nehmen“ sollten.

Im Gemeindeentwicklungsausschuss war der Entwurf dieser „Zukunftsvisionen für 2020“ am 8. Februar und 8. März vorgestellt und beraten worden. VHS-Direktor Rolf Schütze und sein Stellvertreter Hermann Konermann waren am Donnerstag erneut ins Rathaus gekommen, um das Leitbild kurz zu erläutern. Es sei nicht dazu da, in einen Aktenordner gepackt zu werden, sondern müsse weiterentwickelt werden, machte Schütze erneut deutlich. Durch Vortragsveranstaltungen wolle man die Inhalte an die Öffentlichkeit tragen und mit den Bürgern diskutieren, in vertiefenden Workshops zu bestimmten Themen „Akteure“ (Fachleute) heranziehen. Geplant seien, so Konermann, Vorträge beziehungsweise Seminare zu den Bereichen demografische Entwicklung, Soziales, Wirtschaft, Kultur und Naherholung.

Hier werde nichts „durchgewunken“, sondern auf den Weg gebracht, meinte Tom Borsum von der FDP in Anspielung auf einen Redebeitrag in der zuvor stattgefundenen Einwohnerfragestunde. Das Leitbild sei ein fortlaufender dynamischer Prozess. CDU-Fraktionsvorsitzender Gerit Menkens erinnerte daran, dass an dem Entwurf im Vorfeld 21 Bürger mitgearbeitet hätten. Er schlug vor, das Papier auf der Homepage der Gemeinde vorzustellen, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, es durchzulesen. Seine Fraktion sehe noch Handlungsbedarf in den Bereichen Schulpolitik, Verkehrsplanung und Wohnbauflächen. Notwendig sei jetzt eine Beteiligung der Vereine und Verbände.

Weiter beantragte er, aus der „zustimmenden Kenntnisnahme“ nur eine Kenntnisnahme zu machen und vor das „Leitbild“ das Adjektiv „erarbeitetes“ zu stellen. Seine Fraktionskollegin Christa Siefken ging noch weiter und schlug vor, über das von ihr als „hervorragendes Diskussionspapier“ bezeichnete Leitbild gar nicht abzustimmen, sondern es einfach zur Kenntnis zu nehmen.

Als eine „Momentaufnahme“ bezeichnete Kurt Bisanz (LBfH) das Papier. Es sei eine Verpflichtung, weiter daran zu arbeiten. „Die Lokomotive steht immer noch, es wird Zeit, sie endlich in Gang zu bringen“, kommentierte Marlies Pape (FDP) die Versuche der CDU, den Beschluss abzuschwächen. Peter Zwiener (SPD) unterstützte sie: Es bestehe die Gefahr, dass etwas zerredet werde. „Die Tür zum Raum Leitbild ist erst geöffnet“, meinte Rolf Schote (FDP). Man könne doch nur etwas zustimmend zur Kenntnis nehmen, das fertig sei, argumentierte Wilfried Siems (CDU. Das Leitbild sei noch lange nicht fertig. Kompromissbereitschaft ließ dann Ulrike Janz-Janzen (SPD) bei der Formulierung erkennen. Als jedoch Bürgermeister Axel Jahnz deutlich machte, dass er auf „zustimmend“ bestehe, zog sie ihren Antrag zurück, nachdem der von der CDU bei 20 Gegenstimmen gescheitert war.